AZ-Interview mit Guides Freizeit-Tipp: Wohlfühl-Wandern rund um den Chiemsee

Autorenprofil Ruth Schormann
Wer von der Kampenwand ins Priental wandert, erblickt Hunderte Berggipfel und den See zu seinen Füßen. Foto: Harald Hesse

Das Münchner Ehepaar Hesse lädt zu entspannten Touren in der Gegend rund ums Bayerische Meer ein – und hat Tipps nicht nur für die, die Abgeschiedenheit suchen.

 

AZ: Frau Hesse, Ihr Buch heißt "Wanderungen für die Seele" und verspricht Wohlfühlwege im Chiemgau. Warum fühlen Sie sich als Münchnerin gerade dort so wohl?
Andrea Hesse:
München verfügt zwar über viele grüne Oasen, dennoch sind und bleiben sie urban ummantelt. Im Chiemgau dagegen genießen wir die Natur mit allen Sinnen – zu Wasser, zu Berge, in den Tälern und Weiten des Oberlands. Auch die Luft ist dort eine andere.

20 Touren haben Sie und Ihr Mann zusammen erwandert und aufbereitet – für wen sind sie besonders geeignet? Ist auch was mit mehr Action dabei oder geht es stets entschleunigt zu?
Wer von der Entenlochklamm hoch zum Grenzübergang von Tirol nach Bayern geht, weiß, oben angekommen, was er getan hat. Action im Sinne von "da ist was los" bieten all unsere Touren, selbst in der totalen Stille des Hochmoors im Burghamer Filz passiert immerzu was – Überraschendes wie Unterhaltsames.

In Corona-Zeiten wählen viele ihre Ausflüge auch danach aus, wie überlaufen die Zielorte oder Routen sind. Ist man also in diesen Zeiten mit Ihrem Chiemgau-Führer gut beraten? Sind viele menschenleere, abgeschiedene Wege dabei?
Gerade der Chiemgau ist einer der Hotspots, wenn es ums Wandern und Radeln geht. Deshalb haben wir bewusst Touren ausgewählt, auf denen wir uns großenteils abseits überlaufener Pfade bewegen. Selbst auf Herrenchiemsee waren wir nur wenige Minuten nach dem Anlegen des Bootes fast allein unterwegs, weil die meisten Besucher eins der Schlösser oder die Schlosswirtschaft ansteuern. Es gibt eine Faustregel: Je weiter man sich vom Chiemsee entfernt, desto ruhiger geht es zu! Manchmal machen nur hundert Meter einen großen Unterschied aus.

Wanderung nahe München: Von der Kampenwand ins Prien

Neben Auszeit-, Verwöhn-Erfrischungs- und Entschleunigungstouren hat das Ehepaar Hesse in dem Wanderführer auch Panoramatouren, die einen "grandiosen Weitblick" bieten, zusammengestellt. Eine davon geht gute zehn Kilometer über Forstraßen, Berg und Ziehwege von der Kampenwand ins Priental:

Startpunkt: Der Gipfel der Kampenwand, hoch geht es mit der Seilbahn, die täglich fährt.

Route: Der Weg führt – nachdem nach der Fahrt zuerst das Alpenpanorama an der Bergstation genossen wird – in Richtung Steinlingalm, links an der Sonnenalm vorbei mit einem Abstecher zum Andachtkreuz, dort lockt der Ausblick auf den Chiemsee. Von dort folgen die Wanderer am fest installierten Fernglas dem beschaulichen Panoramaweg vorbei an der Steinlingalm und der Steinlingkapelle, unterhalb der sich eine Rast bei großartigem Weitblick anbietet.

Zurück halten sich die Wanderer rechts und gelangen auf der Forststraße Richtung Aschau ins Almgebiet – sanft stetig bergab. Nach einer Stärkung auf der Schlechtenbergalm geht es vor dem Wegkreuz links auf einem schmalen Pfad am Wiesenhang entlang. Nach 700 Metern geht es an einem Abzweig links über Bäche, eine Brücke und vorbei am Liftstüberl, ehe die Wanderer wieder auf den Forstweg gelangen, dem sie bis zur Talstation der Kampenwand Richtung Aschau folgen.

Hesses "Wanderungen für die Seele: Chiemgau" (192 S., 16,99 Euro) ist erschienen im Droste-Verlag.

 

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