AZ-Interview Karim Jallow: "Mein größtes Manko ist mein Wurf"

„Wir haben gezeigt, dass wir in dieser Saison etwas Großes erreichen können“, sagt Karim Jallow. Foto: Augenklick

Youngster Karim Jallow vom FC Bayern spricht in der AZ über seine Rap-Künste, sein Standing als Ur-Bayer und die Chancen in Europa.

Der 20-jährige Münchner Karim Jallow spielt seit 2006 für die Basketballer des FC Bayern. Wir haben mit ihm gesprochen.

AZ: Herr Jallow, sind Sie ein guter Rapper?
KARIM JALLOW: Ich habe mir fast gedacht, dass diese Frage kommt. Ja, ich durfte Rap-Erfahrung sammeln – aber ich glaube, an meiner Rap-Karriere muss ich noch ein bisschen arbeiten.

Ihre Mitspieler haben Sie zum Rappen animiert und Sie für eine Aufnahme ins Radio gelockt. Warum?
Das war ein Prank, ein Witz. Ich glaube, unser Kapitän Anton Gavel hat das mit dem Medienteam ausgeheckt. Allerdings weiß ich bis heute nicht, warum ausgerechnet ich geprankt wurde. Wahrscheinlich, weil ich noch Rookie bin.

Ihre Kollegen sollen den Text auch etwas umformuliert haben, richtig?
Das war unser PR-Team, ich musste einen Song rappen, der auf mich zugeschnitten war. Beim Rappen habe ich den Text gar nicht wahrgenommen. Erst im Nachhinein habe ich mir den Text dann durchgelesen und kapiert, dass sie mich richtig hochgenommen haben – was da für ein Blödsinn drinstand!

"Wenn er etwas sagt, dann hört man auf ihn"

Was stand denn drin?
"Hallo, ich bin’s, der Jallow!", damit ging es schon mal los, solche Sachen. Wie Sie merken – total kreativ.

Kurios ist: Sie sind zwar erst 20 Jahre jung – und dennoch der dienstälteste Spieler im Team, seit 2006 bei Bayern. Sind Sie somit auch der Wortführer, das Alphatier?
Also ich spiele ja auch noch in der zweiten Mannschaft in der 2. Liga ProB. Dort ja. Letztlich spielt es bei den Profis aber keine Rolle, dass ich Münchner bin und schon so lange hier spiele. Ich bin erst 20, und wenn Anton (Gavel; Anm. Red.) – sein hohes Alter will ich hier jetzt nicht verraten (lacht) – etwas sagt, dann hört man auf ihn.

Sie sind aber nicht nur der dienstälteste Spieler, sondern mit 19,8 Punkten pro Spiel in der ProB der treffsicherste. Woran müssen Sie noch arbeiten – und was rät Ihnen Trainer Sasa Djordjevic?
Mein größtes Manko ist auf jeden Fall mein Wurf. Den konnte ich zwar in den letzten Jahren verbessern – dennoch ist da noch viel Luft nach oben. In manchen Situationen fehlt mir noch die Übersicht. Besonders bei den Spielen mit der ersten Mannschaft.

Sie verfügen aber über ein sehr großes Potenzial. Wenn Sie ganz ehrlich sind: Ihr Weg führt doch zwangsläufig in die NBA, oder?
Jeder Basketballer hat den Traum, eines Tages in der NBA zu spielen. Aber ob ich eines Tages dort spielen werde? Keine Ahnung, da muss man echt abwarten, das ist weit weg. Jetzt will ich mich erst mal hier behaupten.

"Dieses Jahr wollen wir unbedingt den Titel"

Die Saison läuft für den FC Bayern glänzend. Und ist schon jetzt historisch: Nach dem ersten Pokalsieg seit über 50 Jahren zog der Verein am Mittwoch erstmals in das Halbfinale des Eurocups gegen Kasan ein. Wie wurde der Einzug gefeiert?
Wir haben uns natürlich alle sehr gefreut. Gefeiert wurde aber nicht wirklich. Denn wir haben doch noch nichts erreicht. Klar, Halbfinale ist toll, aber die Mannschaft will mehr.

Die nächste Aufgabe lautet Darüssafaka Istanbul. Am Dienstag startet die Halbfinal-Serie in der Türkei. Ist der FC Bayern Favorit oder Außenseiter?
Ich würde sagen, dass die Teams ziemlich auf Augenhöhe sind. Beide haben bislang eine sehr starke Eurocup-Saison gespielt, deswegen gibt es für mich keinen Favoriten in diesem Duell.

Stören da nicht die Partien in der Bundesliga, in der das Team von Sieg zu Sieg eilt?
Nein. Es ist bereits vier Jahre her, dass der FC Bayern Meister geworden ist. Dieses Jahr wollen wir den Titel unbedingt wieder nach München holen. Wir wollen in jedem Spiel besser werden und keinesfalls den Eindruck erwecken, dass uns die Bundesliga egal ist – auch nicht vor dem Halbfinale.

Am Samstag gastieren Sie in Braunschweig. Die Wettquote spricht Bände: Setzt man einen Euro auf den FC Bayern, bekommt man 1,01. Also einen Cent! Eine Niederlage scheint unmöglich.
Und genau das ist gefährlich, denn unmöglich ist nichts. Aber klar: Wir sind in einer richtig guten Verfassung und haben ein sehr hohes Selbstvertrauen.

Vervollständigen Sie den Satz: Alles andere als das Triple wäre...
...sorry, aber der Rookie wird hier nicht vom Triple philosophieren. Sonst werde ich ja gleich wieder geprankt. Was ich sagen kann: Wir haben gezeigt, dass wir in dieser Saison etwas Großes erreichen können.

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