AZ-Interview Hollerbach: "Bedingungen, von denen wir träumen"

Spielte als Aktiver für die Würzburger Kickers, den FC St. Pauli, Kaiserslautern und Hamburg: Bernd Hollerbach. Foto: Augenklick/KUNZ

In der Tabelle liegen die Kickers vor 1860 – und trotzdem gibt sich Coach Hollerbach im AZ-Interview als Underdog.

AZ: Herr Hollerbach, zwei Punkte aus sieben Spielen – Ihre Kickers befinden sich nun in jener Krise, vor der Sie immer gewarnt haben.
BERND HOLLERBACH: Es ist doch ganz normal, dass man als Aufsteiger mit begrenzten Möglichkeiten auch mal solche Phasen hat. Mir war das klar, das habe ich auch immer betont.

Welche Voraussetzungen gelten vor Ihrem ersten Auswärtsspiel beim TSV 1860 in der Allianz Arena?
Da reicht doch alleine schon der Blick auf die Etats und die Kader. Dass die Löwen Top-Qualität und perfekte Rahmenbedingungen haben, von denen wir nur ansatzweise träumen können, ist hinlänglich bekannt. Wir haben vor knapp zwei Jahren noch gegen die Amateure der Sechziger gespielt. Jetzt kommen wir in die Arena – fragen Sie mal, wer damit vor kurzem überhaupt rechnen konnte. Wir wollen dieses Spiel und diese Atmosphäre genießen, mutig sein und unsere Chancen suchen.

Wie muss Ihre Elf dort auftreten, um wie im Hinspiel (2:0, d. Red.) zu siegen?
Wir müssen über unsere Grenzen gehen, das war bislang für uns aber immer so. Für uns gibt es keine leichten Gegner, bei uns muss alles passen, um in dieser zweiten Liga als Sieger vom Platz zu gehen. Wir wollen unbequem sein.

Mit welchen Gefühlen blickt man nach München, wo sich der Konkurrent im Winter unter Trainer Vitor Pereira noch einmal derart verstärken konnte?
Egal, wo wir auch hinschauen, ist das doch so – das nutzt uns aber nichts. Wir müssen mit den uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zurechtkommen. Über die enorme Klasse der Löwen brauchen wir nicht zu reden.

Ist 1860 für Sie bei drei Punkten Vorsprung auf Platz 16 ein Abstiegskandidat?
Abstiegskandidat waren doch nur wir. Welche Umfragen Sie sich zu Rundenbeginn auch angesehen haben, Platz 18 war fest an die Kickers vergeben.

Was halten Sie von dem Investorenmodell, wie es bei 1860 mit Hasan Ismaik betrieben wird?
Ganz allgemein stehe ich dem offen gegenüber. Dass die Löwen nach wie vor eine enorme Strahlkraft besitzen, ist für mich unbestritten. Von daher würde ich mir nicht anmaßen, etwas zu kritisieren und kann nachvollziehen, dass ein Investor einen Verein wie 1860 absolut attraktiv ansieht und sich dort engagiert. Zu beurteilen, wie das im Einzelnen umgesetzt wird, steht mir nicht zu. Aus der Ferne schon gar nicht.

 

10 Kommentare