AZ-Interview Haching-Boss: "Wir haben eben keinen Uli Hoeneß hinter uns"

Alpenvolleys-Sportchef Mihai Paduretu spricht im AZ-Interview über Uli Hoeneß und die erste Saison in der Bundesliga. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Alpenvolleys-Sportchef Michael Paduretu über Hachings Volleyballer und das Halbfinale gegen Friedrichshafen. Außerdem erklärt er, was Uli Hoeneß mit dem Verein zu tun hat.

Das Hachinger Volleyball-Urgestein, Mihai Paduretu, ist Sportdirektor der neu geschaffenen Alpenvolleys Haching. Im AZ-Interview spricht er über die erste Saison in Kooperation mit Innsbruck und über den Playoff-Gegner aus Friedrichshafen.

AZ-Interview Mihai Paduretu

AZ: Herr Paduretu, nach dem Sieg im Viertelfinale gegen Düren stehen die Alpenvolleys Haching im Playoff-Halbfinale. Hätten Sie sich vorstellen können, dass gleich die erste Saison nach der Rückkehr in die Bundesliga so erfolgreich verläuft?
MIHAI PADURETU: Wir haben uns natürlich gewünscht, dass diese neue Geschichte, die wir mit der Kooperation mit Innsbruck schreiben, erfolgreich wird. Aber ich muss ehrlich zugeben: In der Hinrunde haben wir lange nicht gedacht, dass wir sogar das Halbfinale erreichen können. Es war ja für uns ein langer und harter Kampf um die Plätze fünf bis sieben. Es hat auch gedauert, bis sich unsere neuformierte Mannschaft eingespielt hat. Umso glücklicher sind wir, dass wir mit unserem neuen Projekt nun zu den Top 4 in Deutschland gehören.

Im Halbfinale geht es nun ab Sonntag (14.30 Uhr) gegen Rekordmeister Friedrichshafen, der in der ganzen Hauptrunde keinen einzigen Punkt abgegeben hat. Ein übermächtiger Gegner?
Man muss sagen, dass Friedrichshafen wirklich in einer anderen Liga spielt, sie gehören zu den Top-6 in Europa und sind erst diese Woche im Viertelfinale der Champions League ausgeschieden. Aber unsere Jungs hat ausgezeichnet, dass sie immer gekämpft haben. Das ist genau das, was die Zuschauer erwarten. Es wird sehr schwer, aber wir sind zufrieden mit dem, was wir bereits erreicht haben.

Das sportliche Fazit fällt also rundum positiv aus?
Ja, mit der ganzen Abteilung des TSV Unterhaching stehen wir so gut da wie noch nie. Unsere zweite Mannschaft ist in der 2. Bundesliga Fünfter geworden mit vier Spielern unter 20 Jahren. Die U20 war vergangenes Jahr deutscher Meister und wurde am Sonntag bayerischer Meister. Viel mehr kann man nicht erreichen.

Mihai Paduretu: Keinen Uli Hoeneß, der hinter uns steht

Und wie läuft die Zusammenarbeit mit Innsbruck bei den Profis?
Das ist für Volleyball insgesamt eine gute Geschichte. Die Alternative wäre gewesen, dass sich der Sponsor (der Innsbrucker Hannes Kronthaler, d.Red.) aus dem Sport zurückzieht. Nächstes Jahr werden noch mehr Heimspiele – fünf Bundesligaspiele, alle Pokalspiele und eventuell ein Playoff- oder Europapokalspiel – in Unterhaching stattfinden. Übernächste Saison soll dann die Hälfte der Spiele in Unterhaching und die andere Hälfte in der Innsbrucker Olympiahalle stattfinden. Ein paar Sachen müssen wir natürlich auch noch verbessern.

Was zum Beispiel?
Wir müssen mehr Marketing machen, mehr Lobbyarbeit. Wir haben eben keinen Uli Hoeneß, der hinter uns steht.

Der Macher der Alpenvolleys ist der Innsbrucker Unternehmer Hannes Kronthaler, der Mäzen und Manager des Klubs in einem ist. Wie können Sie ihn beschreiben?
Er ist ein Mann mit Visionen, mit großer Leidenschaft. Er war ja selber ein Top-Volleyballer (österreichischer Rekord-Nationalspieler, d.Red.), auch sein Sohn Niklas spielt in der Mannschaft. Solche Leute braucht unsere Sportart.

Noch eine Frage zur Kaderplanung im kommenden Jahr: Hachings Rudy Verhoeff oder Igor Grobelny gehören zu den Topspielern der Liga. Können Sie die halten?
Wir arbeiten dran, aber es ist sehr schwer. Wenn ein Spieler wie Igor Grobelny zwölfmal als bester Spieler einer Partie ausgezeichnet wird, klopfen natürlich die Vereine aus Polen, Russland, Italien oder der Türkei an – und die zahlen nicht das Doppelte, sondern das Dreifache. Dann kann man verstehen, wenn sich ein Spieler anders orientiert.

 

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