AZ-Interview Devon Booker: "Wir sind dabei, etwas Großes zu schaffen"

Bayern-Star Devon Booker träumt vom großen Wurf und traut sich Führungsaufgaben zu. Foto: Imago Sportfoto

Der Center der Bayern-Basketballer, Devin Booker, spricht über seine starke Saison, die Ziele mit dem Team und den Ausfall von Vizekapitän Macvan. "Wir können ihn nur im Kollektiv ersetzen".

Die Basketballer des FC Bayern spielen eine starke Saison: In der Liga an der Tabellenspitze, im Pokal den großen Rivalen aus Bamberg ausgeschaltet und im Eurocup unter den letzten Acht. Center Devon Booker glaubt an den großen Wurf - wir haben mit ihm gesprochen.

AZ: Herr Booker, nach dem Sieg gegen Turin im Eurocup stehen Sie mit dem FC Bayern Basketball nun im Viertelfinale. In der Liga sind Sie Erster und haben im Pokal das Final-Four-Turnier erreicht. Was ist noch drin in dieser Saison?
DEVIN BOOKER: Alles! Aber so weit denken wir noch nicht. Wir fokussieren uns immer auf das nächste Spiel. Um das geht es ja, du musst jedes Spiel angehen, als wäre es das letzte. Und wenn es dann ans Eingemachte geht, sind wir bereit.

Das Triple ist also möglich?
Möglich ist immer alles, erst recht für unser Team. Du musst nur daran glauben und an dir arbeiten.

Was sind die Gründe für die Qualität der Mannschaft in dieser Saison? Woher kommt die neue Stärke der Bayern?
Wir haben viel mehr Tiefe im Kader. Von Position eins bis fünf, ob Starter oder Ersatzspieler - es ist völlig egal, wer spielt, jeder bringt Bestleistung, wir können 40 Minuten lang Gas geben.

Booker hat sich in München zurechtgefunden

Auch für Sie persönlich läuft es in Ihrem zweiten Jahr in München noch viel besser.
Ja, ich konnte mich wirklich steigern, fühle mich mittlerweile noch wohler hier. In der vergangenen Saison war noch alles neu für mich, aber meine Teamkollegen sind großartig, unterstützen mich. So kann ich jetzt mein bestes Spiel zeigen.

Wie läuft es für Sie und Ihre Familie privat in der Stadt?
Es ist alles perfekt hier. Aber natürlich sind wir vor allem in den eigenen vier Wänden. Basketball kostet viel Zeit, wir sind viel unterwegs. Und wenn ich frei habe, versuche ich deshalb, so viel wie möglich mit meinen drei Kindern zu spielen.

Also plagt Sie nach vier Jahren in Europa kein Heimweh mehr?
Natürlich ist es mein Traum, irgendwann wieder in den USA zu spielen. Das ist doch völlig klar. Wenn meine Verwandten Spiele von mir sehen wollen, ist das sehr kompliziert. In Amerika wäre das wesentlich einfacher.

Ein wenig werden Sie in München aber noch durchhalten, oder?
(lacht) Nochmal: Ich bin sehr, sehr glücklich hier. Momentan gibt es keinen Ort, an dem ich lieber wäre. Wir sind hier mit dem Team dabei, etwas zu verwirklichen, etwas Großes zu schaffen. Ich finde es toll, wie es momentan läuft. Und ich hoffe, es geht noch lange so weiter.

"Ich kann auch Führungsaufgaben übernehmen"

Leider hat sich vergangene Woche Vizekapitän Milan Macvan verletzt. Ihr Trainer Sasa Djordjevic hat nun Sie in die Pflicht genommen. Der hofft, dass Sie "in der Kabine etwas lauter werden".
Milan ist ein ganz wichtiger Teil der Mannschaft. Und wie Sie sich vorstellen können, wird er in der Kabine auch ganz schön laut (lacht). Aber wir haben viele Jungs mit Führungsqualitäten, die ihn nun ersetzen müssen - und wenn der Coach das auch von mir verlangt, versuche ich, es umzusetzen. Ich kann auch Führungsaufgaben übernehmen. Aber wir müssen Milans Ausfall als Team abfangen. Es geht nur im Kollektiv.

Am Sonntag geht es gegen Bayreuth, die eine überraschend gute Saison spielen. Nicht die leichteste Aufgabe, oder?
Definitiv. Mit den Jungs ist es nie einfach, sie sind sehr kampfstark und klasse eingestellt. Ich habe unter ihrem Coach (Raoul Korner, d. Red.) beim Allstar-Game gespielt - er ist ein toller Kerl.

Danach wartet Bamberg, zum ersten Mal in dieser Saison in deren Halle. Gibt es den dritten Sieg gegen den Erzrivalen in dieser Saison?
Der Heimvorteil ist nicht zu unterschätzen und die Bamberger wissen, dass wir sie schon zweimal geschlagen haben. Sie werden alles in dieses Spiel werfen. Aber wir freuen uns drauf, jetzt sind wir das Team, das jeder schlagen will.

Vor allem, weil Bamberg bislang nicht die beste Figur macht. Fühlen Sie sich nun als Nummer 1 in Deutschland?
Das mit der Nummer 1 ist doch belanglos, das interessiert bei uns auch niemanden. Wir lassen lieber Resultate für uns sprechen.

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