Von Montag an gastiert unsere Gourmet-Aktion im Restaurant Conti in der Max-Joseph-Straße: Dort gibt es fünf Gänge mit Weinen für 69 Euro.

München - Der Sommer geht zu Ende, der Urlaub auch – doch halt! Die nächste Reise wartet schon. Genau hier: Im Feinschmecker-Restaurant Conti in der Max-Joseph-Straße begeben sich Abendzeitungs-Leser auf eine kulinarische Expedition.

Gastgeberin Andrea Schelhorn und ihr Küchenchef Jürgen Weingarten haben sich zusammen mit den Sommeliers von Rindchens Weinkontor und in Kooperation mit der Abendzeitung ein fünfgängiges Menü für 69 Euro pro Person ausgedacht, das Sie von Bayern in die Welt entführt.

Conti: Die Macher mögen Experimente

Ein bisschen Frankreich, eine Runde Italien, eine gute Portion Spanien, sogar ein wenig Israel und Bulgarien sind dabei. Der Sommerurlaub wird quasi in den Herbst verlängert. Eine kleine Wohlfühl-Oase ist das Conti, nahe am Stadtkern, aber doch weit genug weg, dass man ungestört auf der Terrasse einen letzten schönen Sommerabend verbringen kann.

"Wir sind ein Lokal, das gerne experimentiert", sagt Andrea Schelhorn, die das Conti im "Haus der Bayerischen Wirtschaft" seit über 20 Jahren führt. Zahlreiche Politiker, Prominente und auch Adlige besuchten das moderne Restaurant.

Eines ist über all die Jahre aber geblieben: die hohe Qualität und der Wunsch, manchmal auch über die Stränge mit der Kreativität schlagen zu dürfen. Küchenchef Weingarten ist da genau der Richtige und setzt seit 15 Jahren Impulse in dem Restaurant. "Wir spielen die komplette Klaviatur der Genüsse und Aromen. Mir ist wichtig, dass das regionale Produkt im Vordergrund steht, aber einen neuen Twist bekommt", sagt der Koch.

Die Ess-Klasse war schon öfter im Conti

Auf Englisch würde man sein Konzept mit "from farm to table" beschreiben: also direkt von den Bauern auf die Teller. Denn Weingarten kennt alle Lieferanten persönlich. Etwa den kretischen Olivenbauern, der ihm das Öl regelmäßig schickt. Oder den Pilze-Sammler aus Erding, der mit seinem Körbchen ab und an direkt im Conti vorbeischaut und auch mal eine besondere Sorte dabei hat.

Weingarten selbst, der beim Herrmannsdorfer Schweinsbräu und im Bayerischen Hof gelernt hat, ist Bayern verbunden und doch in der Welt daheim.

Er rollt Falafel-Bällchen, die schön saftig sind, dem Saibling verpasst er eine norddeutsche Matjes-Note, dem Rinderbraten mit Süßkartoffeln einen neuen Begleiter. "Das Produkt muss stimmen, aber ich mag es, wenn ein Gericht auch mal Ecken und Kanten hat." Sprich: Der Geschmack soll die Gäste überraschen.

Und das ist im Conti immer der Fall. Bereits zum dritten Mal gastiert die Ess-Klasse in dem charmanten Restaurant, das mit angenehmem Understatement punktet. Die Weinbegleitung ist daher auch kein Standard. Gekühlter Rotwein, endlich mal wieder ein Rosé oder ein bulgarischer Tropfen im Glas – Rindchens Weinkontor hat für den Herbst eine Mischung aus frischen Sommerweinen und den ersten Vanille-Blumen-Noten des Herbstes zusammengestellt. Wir wünschen einen guten Appetit!

"Conti" im Haus der Bayerischen Wirtschaft, Max-Joseph-Straße 5, Ess-Klasse vom 3. September bis zum 13. Oktober, Reservierung mit dem Stichwort: "Ess-Klasse" telefonisch unter: Tel. 089-55 17 86 94.


Das Ess-Klasse-Menü: Von Saibling über Tomat, Kaninchen und Rind bis zum Karamell

Aperitif: Als prickelnden Einstieg gibt es einen spanischen Cava Brut "Nu allongé" mit knackiger Citrus- und Blütennote. Servus Alltag, willkommen Abend!

1. Gang: Eingelegter Saibling "Matjes Art" mit Crunch, Schalotten, Gurkenspaghetti, Rote Beete und Dijon-Senf

Der zarte Fisch ist ein guter Kontrapunkt zum leicht scharfen Rote-Beete-Carpaccio und den Gemüsespaghetti im Filo-Nest. Der ungewöhnlich herbe Gamay Rosé "Tarani" aus Südwest-Frankreich mit Himbeernote erfrischt und macht den Sommer lebendig.


2. Gang: Tamarillo-Baumtomatensuppe mit Avocado und Falafel (Suppe heiß oder geeist)

Im Champagnerkelch kommt diese Geschmacksexplosion auf den Teller – die Temperaturstufe entscheiden Sie. Zum Hineinlöffeln gut! Die Mandel- und Melonennote des Malvasia aus Apulien (Bild oben) ergänzt dieses Gericht im Glas.


3. Gang: Erbsenravioli mit Kaninchenragout, Waldpilzen, Pancetta

Wohlfühl-Essen möchte man zu diesem Pasta-Gericht sagen, das schon den nahenden Herbst kündet. Der leicht gekühlte Rotwein Aragonez de São Miguel dos Descobridores aus Portugal hat dagegen Sonne im Glas mit Vanille-, Tabak- und feinen Holunder-Noten.


4. Gang: Flache Rinder-Schulterscheibe butterzart gegart mit Zwetschge, Meerrettich, Romanaherz und Süßkartoffelpüree

"Böfflamot" sagte der Bayer früher zu dem Gericht. Heute ist der Ochs schön mürbe im Smoker gegart, mit knackiger Zwetschge und gegrilltem Salat ist er eine moderne Interpretation. Ebenso ausgefallen ist der bulgarische Rotwein Grande Réserve "Trimontium" aus Thrakien. Voll, weich und mit einem langen Nachhall.


5. Gang: Schokoladiges Karamellmousse mit Passionsfruchtpraline, Waldheidelbeeren und Madeleines

Ein Dessert wie ein Feuerwerk. Süß-sauer, fein-knackig, sämig-eisig – alles ist dabei. Der perlige MonteSecco vom Weingut Montigny gibt dem letzten Gang mit seiner Hollernote einen zusätzlichen Kick.