AZ-Filmkritik "Wind River" - Die Kälte spüren

Jeremy Renner (li.) verspricht seinem Freund (Gil Birmingham), ihm bei der Suche des Mörders seiner Tochter zu helfen. Foto: Wild Bunch Germany

"Wind River" ist ein stimmungsintensiver Indianerreservatskrimi.

"Wind River" – so der Name des Indianerterritoriums – beginnt mit der Frage, wer für den Tod einer 18-Jährigen verantwortlich ist. Aber Krimikonventionen interessieren Regisseur Taylor Sheridan nur am Rande. Vielmehr dient ihm der Ermittlungsplot, um sich mit Land und Leuten zu befassen. Luftaufnahmen des weiten, winterlichen Wald- und Bergpanoramas bezaubern den Zuschauer, zeigen ihm auch die Härte eines Lebens in der Abgeschiedenheit.

Verzweiflung und Resignation liegen in der Luft

Immer wieder verschluckt die gewaltige Kulisse die klein erscheinenden Figuren. Und mehr als einmal wird spürbar, wie bedrückend Stille und Einsamkeit sein können. Das Reservat zeigt der Regisseur als trostlosen Ort. Eine auf dem Kopf stehende US-Flagge lässt erahnen, dass der amerikanische Traum hier schon lange vorbei ist. Verzweiflung und Resignation liegen in der Luft und schaffen ein gefährliches Klima, in dem Gewalt gedeihen kann.

Dass ihm die inneren Dämonen der Protagonisten wichtig sind, unterstreicht Sheridan auch am Beispiel des Fährtenlesers, dem Jeremy Renner in seiner besten Darbietung genau die richtige Mischung aus Verletzlichkeit und Härte verleiht. Ihm zur Seite als noch recht unerfahrene FBI-Agentin ist Elizabeth Olsen.


Kino: Leopold, Monopol, City (OmU); Regie: Taylor Sheridan (USA, 99 Min.)

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