AZ-Filmkritik "Tomb Raider" - Echt menschlich

Rennt, springt, kämpftt: Alicia Vikander als Lara Croft. Foto: Warner

"Tomb Raider"ist ein recht vorhersehbares Action-Spektakel. Sehenswert ist der Film dank Alicia Vikander.

 

Das Actiongenre hat sich vom Machotum befreit: In immer mehr Filmen dürfen inzwischen auch Frauen kämpfen. Einen großen Anteil daran hatte sicher auch Lara Croft aus der Videospielreihe "Tomb Raider“, die Anfang der 2000er in zwei Blockbustern von Angelina Jolie verkörpert wurde. Doch wie wurde aus Lara Croft die furchtlose Heldin? Der neueste Film der Reihe geht dieser Frage nach und erzählt die Vorgeschichte.

Film folgt dem Tomb-Raider-Erfolgskonzept 


Mit einer großen Änderung: 15 Jahre, nachdem Angelina Jolie zuletzt in das hautenge Superheldinnen-Kostüm schlüpfte, übernimmt dieses Mal die schwedische Oscar-Preisträgerin Alicia Vikander ("The Danish Girl“) die Hauptrolle. Ihre Croft hat mit der unnahbaren Killerin, die Jolie einst spielte, nur noch wenig zu tun – und das nicht nur, weil das Heldinnen-Kostüm inzwischen nicht mehr ganz so hauteng ist.
Als der Zuschauer Lara das erste Mal begegnet, schlägt sie sich in London als Fahrradkurierin durch. Dabei sollte sie eigentlich den Konzern ihres Vaters (Dominic West) übernehmen. Denn der ist seit einer Expedition in Japan spurlos verschwunden. Doch Lara will nicht glauben, dass ihr geliebter Vater tot ist. Als sie eines Tages in seinem Nachlass Hinweise auf das sagenumwobene Grabmal einer japanischen Herrscherin findet, macht sich Lara auf ihren Vater zu suchen. Auf der einsamen Insel Yamatai, muss sich Lara schließlich als Kämpferin beweisen, denn ihr Vater war nicht der einzige, der sich für die Geheimnisse des Grabmahls interessiert.

Vikanders Darstellung der Titelheldin macht Film sehenswert


Im Großen und Ganzen folgt der Film, der auf dem gleichnamigen Videospiel von 2013 beruht, dem Tomb-Raider-Erfolgsrezept. Es gibt Verfolgungsjagden, Nahkämpfe und jede Menge beinahe tödliche Situationen aus denen Lara sich nur mit purer Körperkraft retten muss. Das ist unterhaltsam, aber auch recht vorhersehbar. Echte Überraschungen bleiben bis zum Ende des Films aus.
Was "Tomb Raider" aber trotzdem sehenswert macht, ist Vikanders Darstellung der Titelheldin. Ihre Croft ist menschlicher und damit im Action-Wirrwarr oft auch überforderter, als es das Genre-Klischee vorsieht. So wirkt sie, nachdem sie ihren ersten Gegner in einer Dschungel-Pfütze ertränkt hat, nicht triumphierend, sondern eher entsetzt über sich selbst. Für Fans der Reihe eröffnet sich so eine neue, vielschichtigere Sicht auf ihre Heldin, für alle anderen dürfte "Tomb Raider" verzichtbar sein.     


Kino: Cinemaxx, Mathäser, Gloria, Royal, Münchner Freiheit sowie Cinema und Museum (OV) .
R: Roar Uthaug (USA, 120 Min.)

 

 

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