AZ-Filmkritik "Schweinskopf al dente": Da bleibt Zeit für ein Bier!

Oma Eberhofer (Enzi Fuchs), Franz’ Vater (Eisi Gulp) und Moratschek (Sigi Zimmerschied). Foto: Constantin

Mei, jetzt ist sie weg, die Susi. Gleich zu Beginn von „Schweinskopf al dente“ läuft dem Eberhofer Franz die Freundin davon. Das hat er jetzt davon, der niederbayerische Polizist aus „Dampfnudelblues“ und „Winterkartoffelknödel“.

Susi hat in seiner Wohnung immer noch keine passende Steckdose für ihren Fön und auch ansonsten wenig Hoffnung, dass er in Sachen Beziehung mal in die Gänge kommt. Also kündigt sie an, mit ihrem italienischen Verehrer eine Pizzeria am Gardasee zu eröffnen. Eberhofer argumentiert, dass das Bedienen für ihre Krampfadern gar nicht gut sei. Dann lässt er noch die Luft aus ihrem Reifen und erklärt ihr Auto für verkehrsuntauglich. Mehr kann man halt nicht machen, um die Beziehung zu retten. Freunde, Bekannte und Oma sind sich einig: Ein Volldepp, der Eberhofer. Wie nahe diesem die Trennung geht, ist schwer zu sagen: Temperament und Mimik des Niederbayern lassen eine seriöse Einschätzung nicht zu. Ein Indiz für Seelenschmerz könnte freilich sein, dass er den Plattenspieler seines Vaters (Eisi Gulp) kaputt schießt, als der alte Hippie nachts wieder zu laut aufdreht. Der säuft und kifft neuerdings in Begleitung von Franz’ Vorgesetztem Moratschek (Sigi Zimmerschied), der bei den Eberhofers Unterschlupf sucht. Ein entflohener, psychopathischer Häftling (Gregor Bloéb) hat ihm den titelgebenden Schweinskopf aufs Kopfkissen gelegt, und das heißt frei nach „Der Pate“: Obacht, Du bist der nächste.

Lakonischer Witz rettet die Komödie

Der Irre stellt Moratschek nach, weil der ihn einst verhaftet hat – das ist der zweite Handlungsstrang in dieser Krimikomödie nach Rita Falks Erfolgsroman. Eberhofer und sein Kumpel Rudi Birkenberger versuchen den Psychopathen auf eigene Faust zur Strecke zu bringen. Zeit für ein Bier mit Dorfkollegen bleibt dabei jederzeit.

Mehr Action würde gar nicht zu diesem gemütlichen Eberhofer passen. Sebastian Bezzel gibt der Figur des bayerischen Landburschen eine wunderbare Wurschtigkeit. Seine Lakonie und die aller anderen Niederbayern – am lustigsten: Sigi Zimmerschied! – sorgt für viele witzige Momente, vor allem im ersten Drittel. Dann nehmen die karikaturesken Nebenfiguren mehr Raum ein, es gibt Längen und platte Schenkelklopfer: Das Restaurant des feurigen Italieners heißt „Pizzeria Potenza“, außerdem gibt’s eine „Besamungsgenossenschaft“ und diverse „Brunzkopf“- Flüche. Doch der lakonische Witz rettet die Komödie. Als Eberhofer am Ende Susi (Lisa Maria Potthoff) noch mal versetzt, weil er seinen Chef aus den Fängen des Psychopathen befreien muss, hat er ein gutes Argument: „Es ist um Leben und Tod gegangen.“ Darauf die Susi: „Immer geht’s um was anderes, nur nicht um mich!“

 

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