"Sauerkrautkoma": Der fünfte Film mit Dorfpolizist Eberhofer hat einige Schwächen, aber auch gute Pointen.

Jedes Jahr gibt es einen neuen Krimi mit Franz Eberhofer, jedes Jahr klärt der phlegmatische Dorfpolizist einen Mordfall auf oder ist doch zumindest dabei, wenn sich irgendwie ergibt, wer der Mörder ist. Im fiktiven niederbayerischen Dorf Niederkaltenkirchen ist also in kriminalistischer Hinsicht einiges los, das Risiko, dort ermordet zu werden, ist außergewöhnlich hoch. Und doch fragen sich der Bürgermeister und der Landshuter Polizeichef: Ein Dorfpolizist - braucht's das eigentlich?

Für Eberhofer (Sebastian Bezzel) ist es in "Sauerkrautkoma" deshalb vorbei mit der Gemütlichkeit, vorbei mit einem Berufsalltag, in dem er sich von Leberkässemmel zu Leberkässemmel hangelt und auf einen neumodischen Schmarrn wie einen Computer locker verzichten kann. Er wird nach München versetzt, ausgerechnet zur spitzzüngigen Polizeichefin (Nora von Waldstetten), mit der er schon in "Grießnockerlaffäre" Ärger hatte.

Leiche im Kofferraum des Vaters

Grantig zieht er also in ein bizarres Großraumbüro, das wie eine Turnhalle aussieht und in dem junge Menschen an Stehtischen vor Uralt-Computern stehen. Aber das Drehbuch meint's dann doch gnädig mit dem Eberhofer: Das Auto seines Vaters (Eisi Gulp) wird in München geklaut, als es wieder auftaucht, liegt eine Leiche im Kofferraum, und die Spur führt glücklicherweise zurück nach Niederkaltenkirchen. Dort ermittelt Eberhofer dann wieder entspannt vor sich hin, unbehelligt von der Münchner Polizeichefin. Und im Lauf des Films gerät München fast völlig in Vergessenheit.

Nicht alles in "Sauerkrautkoma" wirkt bis ins Letzte durchdacht, die strenge Taktung der erfolgreichen Kinoreihe - ein Film pro Jahr - verlangt wohl ihren Tribut. In einem Nebenstrang will Eberhofers Bruder Leopold (Gerhard Wittmann) die Eheprobleme mit seiner Frau lösen, indem er ihre asiatische Familie nach Niederbayern einlädt - das gerät stereotyp-peinlich.

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Lustige Späße

Aber bei den Eberhofer-Filmen geht es ja nicht ums Filigrane, sondern um ein lakonisches Niederbayern-Feeling und die Gag-Dichte. Und die ist wieder höher als beim Vorgängerfilm "Grießnockerlaffäre". Nicht alle Pointen zünden, und bei der namensgebenden Sauerkraut-Episode unterschreitet der Film sein eigenes Niveau. Aber viele andere Späße sind sehr lustig, die Schlussszene, in der ein Halbwüchsiger in Eberhofers Anwesenheit den Mord aufklärt, ist sehr gelungener (Verbal-)Slapstick.

Die meisten Lacher hat wieder Eberhofer, der nur seine Ruhe will, diesmal aber von allen Seiten bedrängt wird, endlich seine Langzeit-Freundin Susi (Lisa Maria Potthoff) zu heiraten. So fragt die Oma (Enzi Fuchs), was sonst aus ihm werden solle, wenn sie mal das Zeitliche segne? "Oma, Du bist doch pumperlg'sund", entgegnet Eberhofer der alten Dame, lässt sich aber überzeugen, Susi einen Antrag zu machen.

Mit seiner Maulfaulheit kommt Eberhofer sonst ja recht gut durch, aber für diesen Zweck hat er nicht den passenden Einzeiler im Muffel-Repertoire. "Susi, sollten wir ned langsam mal heiraten?", fragt er sie in der Amtsstube inmitten ihrer Kollegen - so kann er ihr das Ja-Wort jedenfalls nicht entlocken. Da geht er beim nächsten Versuch lieber auf Nummer sicher, schenkt ihr einen teuren Ring und Rosen aus dem Baumarkt. Kann sie da widerstehen?


R: Ed Herzog (D, 97 Minuten) Kinos: Astor, Cadillac & Veranda, Cincinatti, CinemaxX, Sendlinger Tor, Gloria