AZ-Filmkritik "Frauen": Schwächen des starken Geschlechts

Männer allein im Wald: ein reicher Leitwolf (Heiner Lauterbach, vorne), ein machistischer Chauffeur (Martin Brambach) und ein politisch Korrekter mit Migrationshintergrund (Blerim Destani, re.). Foto: Camino

Witzige Demaskierung: Ein Trio infernale aus Lauterbach, Brambach und Destani erkundet die "Frauen".

Drei ramponierte Männer sitzen in ihrem ramponierten Auto. Der Wagen schaukelt gefährlich, er hängt an einer Klippe und wird jeden Moment abstürzen. Wie kommt man in eine solche Situation? Nikolai Müllerschöns Komödie „Frauen“ beginnt mit dieser Szene, die sich gegen Ende auflöst.Was geschah in der Zwischenzeit? Alles beginnt am Flughafen. Dort steigt der schwerreiche K.O. Schott (Heiner Lauterbach) versehentlich beim falschen Chauffeur Rüdiger Kneppke (Martin Brambach) ein.

Typisch? Wie wir als Männer denken und handeln

Auf dem Weg zu einer wichtigen Konferenz in Bad Honnersheim platzt der Mazedonier Liz (Blerim Destani) ins Geschehen: Der ist auf der Flucht vor seiner Hochzeit und der aufgebrachten Familie der Braut. Er entführt den Wagen, und es beginnt ein rasanter Road-Trip über deutsche Landstraßen.

Was redet man nun auf solch einer unfreiwilligen Reise? Über Frauen! Hier zeigt der Film seine stärksten Momente: Die Diskussionen über das andere Geschlecht sind unterhaltsam, vor allem, wenn Brambach pseudo-lustig den chauvinistischen Macho raushängen lässt. Den Gegenpart der Gleichberechtigung gibt Destani. Währenddessen hält sich Lauterbach genervt zurück, aber zu Frauen hat auch er keine gesunde Beziehung. Die Zwangsvereinigung dieser gegensätzlichen Typen funktioniert wunderbar.

Stellenweise ist der Humor etwas vorhersehbar: Wenn Rüdiger sich am Parkplatz über den Inzest der Landbevölkerung auslässt, kann man sich denken, dass die Angesprochenen gleich hinter ihm stehen. Die Drei müssen danach nicht nur vor dem mazedonischen Clan, sondern auch vor der beleidigten Rockergang fliehen. Ab hier gewinnen die Action-Späßchen die Oberhand. Trotzdem ist „Frauen“ ein gelungener Unterhaltungsfilm, der seine Protagonisten demaskiert, aber nicht bloßstellt.


Kino: Mathäser; B&R: Nikolai Müllerschön (D, 90 Min)

 

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