AZ-Filmkritik "Bumblebee": Das ist Freundschaft

"If you are going to San Francisco": Hailee Steinfeld als Charlie und Bumblebee. Foto: Paramount Pictures

Aus Michael Bays "Transformers"-Reihe: Ein Mädchen und ihr außerirdisches Maschinenwesen in Kalifornien der 80er. Bei "Bumblebee" hat Spielberg wieder für Gefühl gesorgt!

 

Ausgegrenzt von Altersgenossen und voller Sehnsucht nach Nähe und Geborgenheit, dass selbst eine im Film lebbare Freundschaft mit einem Außerirdischen eine Hilfe ist. Und der zehnjährige Elliot aus "E.T." vereint viele Wesenszüge seines Schöpfers Steven Spielberg in sich. Dieser spürbar sensible Blick auf seine fragilen Figuren geht den fünf von Michael Bay inszenierten "Transformers"-Filmen völlig ab.

Nach dem die Einspielergebnisse zuletzt unter den Erwartungen blieben, folgt mit dem Prequel "Bumblebee" nun ein Neustart, der nicht nur auf Grund des 80er Jahre Settings auch wieder die Handschrift des Produzenten der Reihe erkennen lässt: Steven Spielberg.

Weibliche Hauptfigur in einem Jungs-Franchise

Mutig ist bereits die Entscheidung bei so einem Jungs-Franchise eine weibliche Hauptfigur zu installieren. Und diese Charlie hat dabei das Potenzial, eine echte "Wonder Woman" für Mädchen zu werden. Denn "True Grit"-Kinderstar und Sängerin Hailee Steinfeld gelingt es mühelos, alle Facetten dieser gefrusteten 17-Jährigen zu verkörpern.

Gebeutelt vom frühen Verlust ihres Vaters und angewidert von der Verdrängungs-Fröhlichkeit ihrer Familie findet sich die introvertierte Rebellin im Sound von Bands wie The Smiths wieder. Charlies Unangepasstheit zeigt sich aber auch darin, dass sie in ihrer Freizeit im sonnigen San Francisco nicht wie ihre Mitschülerinnen bei den beliebtesten Jungs landen, sondern lieber ein paar Autos flottbekommen will.

Ein gelber Käfer: Mehr als nur ein Auto

Ausgerechnet ein gelber Käfer aus den 60ern hat es Charlie angetan – nur weiß sie da noch nicht, dass in ihm der Transformer Bumblebee steckt, der für seine bedrohten Alien-Freunde die Erde erkunden soll.

In der Scheune lernen die beiden Sonderlinge miteinander über Radio-Songs zu kommunizieren, und bauen ganz wie in "E.T." dabei ein Vertrauensverhältnis auf, dass durch Außeneinflüsse wie tumbe Militärs (darunter der Ex-Wrestler John Cena) und den feindseligen Maschinenwesen Decepticons gefährdet wird.

Travis Knight: Der Retter des Franchises

Nun muss das ungleiche Duo, dass mit dem farbigen Jungen Memo (Jorge Lendeborg Jr.) bald zum Außenseiter-Trio wird, verhindern, dass die Decepticons nach Hause telefonieren, um Verstärkung zu holen.

Animations-Spezialist Travis Knight, der von Bay das Ruder übernommen hat, verzichtet außer im hektischen Prolog und im überlangen Showdown auf jegliche Materialschlacht. Und dieser Fokus auf die Charaktere, auf ihre Unsicherheiten, aber auch auf ihre naive Ausgelassenheit rettet das Franchise endlich wunderbar vor der filmischen Schrottpresse.

Lesen Sie hier: "Transformers: The Last Knight" - Die AZ-Filmkritik


Kino: Royal und Cinemaxx (auch 3D), Gloria (3D) sowie, Museum (OV) und Mathäser, Cinema (OV, auch 3D), Regie: Travis Knight (USA, 113 Min.)

 

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