AZ-Filmkritik Biederes Remake eines Comic-Klassikers

Stefan Kurt als Papa mit Kindern und Ehefrau (Isabella Schmid). Foto: PB

Realverfilmung eines Comic-Klassikers: "Papa Moll und die Entführung des fliegenden Hundes".

 

"Hier im schönen Murmlikon / lebt Papa Moll seit Jahren schon. / Noch ist hier alles ruhig und still, / ob das wohl heut’ so bleiben will?" - Aus dem Off erklingt eine Erzählstimme zu Beginn von Manuel Flurin Hendrys Familienfilm um die beliebte Schweizer Kultfigur von Edith Oppenheim-Jonas aus den Junior-Heften.

Das Filmemacherteam um Regisseur Hendry hat sich zwar für die Realverfilmung eine ganz neue Handlung ausgedacht, belässt den Plot und seine überholten Rollenklischees aber in den 50ern. Besonders die unemanzipierte Frau Moll ist für heutige Zuschauer nur schwer erträglich. Papa Moll (Stefan Kurt) wohnt mit seinen Kindern (Luna Paiano, Maxwell Mare, Yven Hess) und Ehefrau (Isabella Schmid) in Murmiklon. Der liebevoll und detailreich gestaltete Retro-Ort ist den ambitionierten Machern aber leider zu bunt und erstickend idyllisch geraten.

Die Kinder werden für ein Wochenende allein von ihrem fülligen Vater betreut, da sich Mama Moll – als Höhepunkt ihrer emanzipatorischen Ambitionen – mit ihren kreischenden Freundinnen Wellness-Tage gönnt. Aber als Aufseher der Schokoladenfabrik hat Papa Moll noch ganz andere Sorgen als nur die Kinderbetreuung. Das Tohuwabohu, das aufdringlicher Orchestermusik untermalt und von einer ruhelosen Kamera verfolgt wird, endet für die Molls im Gefängnis. Dort besinnt sich der herzensgute Papa wieder auf das Wichtigste: dass die Erwachsenen den Kindern öfter mal zuhören.


Kino: Royal, Monopol, Mathäser R: M. F. Hendry (CH, 90 Min.)

 

0 Kommentare

Kommentieren

  1. Ihre Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .

loading