AZ-Filmkritik "Bailey – Ein Freund fürs Leben": Dieses Wau-Gefühl

Dennis Quaid und eine späte Reinkarnation von Bailey. Foto: Constantin Film

Lasse Hallströms neuer Hundefilm "Bailey – Ein Freund fürs Leben".

 

Was für eine Existenz: Fressi bekommen, sich kraulen lassen, dem eigenen Schweif hinterherjagen, bei Autofahrten aus dem Fenster hecheln, und, als Hauptattraktion, einen Football mit den Zähnen fangen. Wuff. Dem felligen Helden aus "Bailey – Ein Freund fürs Leben" ist jedoch auch ein recht menschliches Bewusstsein gegeben, weshalb ihn die Frage nach dem Sinn des Lebens beschäftigt. Was dem Alltag ein paar Denkstrecken verpasst, die übers bloße Gassi-Gehen hinausreichen. Wow.

Über den Hund lassen sich Themen wie Treue, Freundschaft oder Liebe durchleuchten, aber auch das Alleinsein, denn so ein Herrchen kann sich in die nächste Lebensstation verabschieden – ohne den lieben Begleiter. Die Menschen selbst hadern mit der Einsamkeit, der Polizist etwa, dem Bailey als Schnüffelexperte dienen wird.

Ein Seitenblick aus Hundeperspektive

Regisseur Lasse Hallström nutzt die Hundeperspektive als Seitenblick auf das Leben eines Jungen, des Cops, einer Studentin. Dabei ergibt sich eine schöne Tragikomik, gerade wenn Bailey (in der deutschen Fassung gesprochen von Hundehalter Florian David Fitz) aus dem Off seine naive Sicht darlegt, während der Zuschauer durchschaut, was sich eigentlich abspielt.

Ohne groß in religiöse Grübeleien zu verfallen, zeigt der Film, wie Bailey geboren wird, altert, stirbt, nur um als Welpe in einem anderen Biotop wieder aufzuwachen. Es ist ein ständiger Relaunch, Bailey nimmt jedoch seine gesammelten Erfahrungen mit. Sein erstes Herrchen, den kleinen Ethan, sucht er in einem späteren Leben, um tatsächlich den gealterten Ethan (Dennis Quaid) zu finden. Aber wie lässt sich der Mensch von der Magie der Reinkarnation überzeugen?

Basierend auf W. Bruce Camerons Roman erzählt Hallström von den wahrlich wichtigen Dingen, ähnlich wie in "Hachiko – Eine wunderbare Freundschaft" (2009), in dem Richard Gere auf einen sehr treuen Kläffer traf. Tränen sollen bei "Bailey" fließen, der Film rennt den (Glücks-)Gefühlen hinterher wie der Hund dem Stöckchen. Was nett ist. Schließlich gehen wir ja ins Kino, um dem eigenen Hundeleben zu entfliehen.


R: Lasse Hallström (USA, 101 M.)

K: Cinemaxx, Mathäser, Museum Lichtspiele, Rio Filmpalast

 

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