AZ-Filmkritik „Auf einmal“: Die Fratzen der Wohlstandskinder

Nach einer Partynacht ist für Laura (Julia Jentsch) nichts mehr so wie zuvor. Foto: Emre Erkmen

Nach einer Party mit Todesfall gerät das Leben eines Bürgers aus den Fugen: „Auf einmal“.

 

Eine unerwartete Tote bringt Karstens Leben durcheinander. Gerade noch hat der Mittdreißiger mit Freunden in seiner Wohnung gefeiert, nun liegt die letzte Besucherin leblos auf dem Boden. Karsten will noch Hilfe holen, macht aber alles falsch. Und plötzlich ist alles anders: „Auf einmal“ heißt der Film von Asli Özge. Die aus Istanbul stammende Regisseurin wirft Karsten aus den wohlgeordneten Bahnen seiner beschaulichen Kleinstadtexistenz und zeigt, wie langsam ausbreitendes Misstrauen seine toxische Wirkung entfaltet.

Karsten (gespielt von Sebastian Hülk) wird kalt erwischt. Anna kam ohne Einladung auf Karstens Party. Er kannte sie nicht einmal. Am Ende des Abends küsst er sie. Doch am Ende der Nacht ist Anna tot und der Zuschauer wird über das Vorgefallene im Argen gelgelassen.

Man muss einfach mit Karsten mitfühlen

Asli Özge lässt vieles in der Schwebe. Auch Karsten scheint mehr zu wissen als das Publikum. Ein Kniff, der die Zuschauer an ihn fesselt. Es bleibt einem gar nichts anderes übrig, als mit Karsten mitzufühlen. Nach und nach wenden sich seine Freunde, ja sogar seine Freundin Laura (Julia Jentsch) von ihm ab. Auf die Probe gestellt, zeigen die vermeintlichen Freunde ihr wahres Gesicht: Die hässlichen Fratzen der Wohlstandskinder.


Kino: Monopol R: Asli Özge (D, 112 Min.)

 

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