AZ-Check Bayern-Neuzugänge: Drei Gewinner, ein Verlierer

Überzeugt noch nicht: Real-Leihgabe James. Foto: dpa

Tolisso trifft gegen den HSV, James bleibt blass: Die AZ checkt die Bayern-Neuzugänge.

 

München - Horst Hrubesch lehnte lässig an der Wand, einen Fuß zur Stütze abgewinkelt. Er lachte und flachste. Was an Hermann Gerland lag, seinem Gesprächspartner. Als sich zur HSV-Legende, dem DFB-Sportdirektor, und Bayerns neuem, alten Co-Trainer noch die Herren Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge aus der Münchner Chefetage hinzugesellten, stand ein Quartett veritabler Bundesliga-Historie neben dem Münchner Mannschaftsbus. Nach dem 1:0 der Bayern schwelgte man in guten, alten Zeiten.

Wobei: Gute, neue Zeiten haben Hoeneß & Rummenigge mit der Verpflichtung von Oldie-and-Goldie-Coach Jupp Heynckes wieder heraufbeschworen.Einer, der die Klaviatur des Trainer-Lateins rauf und runter beherrscht. Auch überraschende Schachzüge. Vor dem DFB-Pokalspiel am Mittwoch bei RB Leipzig nahm der 72-Jährige entgegen seiner Ankündigungen fünf Spieler aus der Celtic-Startelf. Seine Rotation hatte etwas Ancelotti-haftes. Heynckes’ Vorgänger jedoch übertrieb die Wechselei, verunsicherte und entnervte seine Profis. Vor allem die gestandenen.

Der Unterschied zum Italiener: Heynckes erklärt den Spielern, warum sie pausieren müssen, in Hamburg Jérôme Boateng, Thiago, Thomas Müller (beide eingewechselt) und erstmals in dieser Saison Joshua Kimmich, der erst in der Nachspielzeit kam. Vorteil der neuen, offenen Kommunikation zwischen Trainer und Mannschaft: Es keine Missstimmung. Mats Hummels verriet: "Vorher war es auch nicht so schlecht, aber eben steigerungsfähig. Ich kenne es aus meiner Dortmunder Zeit: Der Teamspirit muss voll da sein, dann stellen sich auch die Erfolge ein."

Durch die Rotation in Hamburg und das daraus resultierende schwächere Bayern-Spiel hat sich nun eine erste Mannschaft, eine 1A-Elf, herauskristallisiert. Wobei sich die Neuzugänge in den ersten nun dreieinhalb Monaten dieser Saison sehr unterschiedlich geschlagen haben.

Drei Gewinner, ein Verlierer

Die Gewinner: In Hamburg machte allen voran Corentin Tolisso auf sich aufmerksam. Nicht nur wegen des Siegtreffers. Ein Kopfball landete am Pfosten. Im Zusammenspiel mit dem eingewechselten Thiago wurde der Franzose sicherer. Kommt der 41,5-Millionen-Euro-Rekordtransfer nun regelmäßiger zu Startelf-Einsätzen? "Ich habe unter Ancelotti gespielt und spiele nun auch unter Heynckes", sagte der 23-jährige Nationalspieler Frankreichs, "ich versuche immer mein Bestes zu geben."

Dennoch ist der in Hamburg geschonte Sebastian Rudy (27) – die personifizierte Passmaschine – noch vor ihm in der Mittelfeld-Hierarchie.

Auch gut, weil stets ordentlich und fast fehlerfrei, wenn er eingesetzt wird: Niklas Süle (22). Am Weltmeister-Duo Boateng/Hummels kommt er in der Innenverteidigung jedoch nicht vorbei. Ist ja auch ein Lehrjahr für den Ex-Hoffenheimer.

Der Verlierer: James Rodríguez (26). Beim HSV ohne echte Bindung zum Rest der Mannschaft, ohne Torgefahr und Drang nach vorne. Sportdirektor Hasan Salihamidzic verteidigte den Zehner auf AZ-Nachfrage: "Er hat in der ersten Halbzeit eine Gelbe Karte bekommen. Das Spiel war sehr, sehr hitzig, daher hat der Trainer in der Pause gewechselt." Wie Heynckes die Leihgabe von Real nun aufbaut? Salihamidzic wich aus, meinte generell: "Der Trainer führt viele persönliche Gespräche, es gibt viele Sitzungen, viele Video-Analysen."

In Leipzig wird James draußen bleiben müssen.

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