AZ-Besuch am Grab Helmut Dietl: So geht es seiner Witwe heute

Ein filmreifes Grab für den Filmemacher: Der Lebensbaum am Grab von Helmut Dietl auf dem Bogenhauser Friedhof ist Handarbeit – und die Idee von Tamara Dietl. Foto: Daniel von Loeper/dpa

Da der Star-Regisseur Helmut Dietl kein Kreuz wollte, hat seine Witwe etwas Besonderes anfertigen lassen. In der AZ sagt sie, wie es ihr heute geht.

 

München - Ein Kreuz? Auf gar keinen Fall. Helmut Dietl († 70, „Kir Royal“, „Schtonk“) hatte klare Vorstellungen, bis zum Schluss. Lange hat deshalb seine Witwe Tamara überlegt, wie sie sein Grab auf dem Bogenhauser Friedhof gestalten lassen könnte. Sie hat sich für einen Lebensbaum entschieden, wie sie der AZ erzählt. Aber das war gar nicht so einfach, schließlich muss alles (Material, Form) von der Friedhofsverwaltung abgenommen werden.

Nun steht er da, der handgearbeitete Lebensbaum – mit geschwungenen Zweigen und Blättern, die an einen Olivenbaum erinnern: „Helmuts Lieblingspflanze“, erzählt Tamara.

Einmal in der Woche geht sie mit ihrer Tochter Serafina (12) ans Grab. „Ein Ritual, das ich für mich selbst nicht gebraucht hätte. Aber jetzt tut es uns beiden doch gut und ist schön.“ Vor ihr liegt das erste Weihnachtfest ohne ihren Mann. Erst hatte Tamara überlegt, weit weg zu fliegen. Jetzt bleibt sie doch hier. „Helmut hat Weihnachten geliebt – vor allem zu Hause. Wir versuchen, es uns daheim gemütlich zu machen.“ Davor ist sie noch mit ihrem Buch „Die Kraft liegt in mir“ (AZ berichtete) unterwegs, gerade hat sie eine Lesung in der Burda Bar hinter sich – inklusive einem Gespräch mit Nina Ruge. Die Resonanz auf ihr Buch ist „überwältigend“, wie sie sagt. Die Verkaufszahlen auch. „Dass mir da ein kleiner Bestseller gelungen ist, rührt und freut mich sehr.“ Die zweite Auflage wird gerade gedruckt.

Die Arbeit tat gut, die Ablenkung auch. Trotzdem gibt es Tage, wo die Trauer sie packt. „Aber ich lasse das zu“, erklärt Tamara. „Ich verdränge nichts künstlich, sondern stehe dann zu meiner Traurigkeit. Natürlich vermisse ich meinen Mann.“ Sie schluckt.

Ein Dackel zu Weihnachten

„Ich vermisse Helmut unendlich. Dennoch kann ich heute schöne Momente, beispielsweise mit meiner Tochter, haben. Helmut ist ja auch sehr präsent für uns. Das Leben ist eben ambivalent, der Tod gehört dazu. Das große Glück zwischen Helmut und mir war, dass alles gesagt war. Und dass ich ihn beim Sterben begleiten konnte. Das ist ein Trost.“

Bald kommt neues Leben. Zu Weihnachten holen sich Tamara und Fini eine Dackeldame. „Unser anderer Hund Coco ist schon fast 15. So ein kleines Wesen wird uns allen guttun.“

 

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