AZ-Autotest Mercedes A-Klasse: Dynamisch und effizient

Eigentlich ein sportliches Coupé mit fünf Türen: Die Mercedes A-Klasse ist schlank, elegant und eindeutig auf ein junges Publikum zugeschnitten. Foto: Hersteller

Die neue A-Klasse von Mercedes macht so ziemlich alles anders als ihr Vorgänger. Wie bewährt sich diese Strategie im Alltag?

 

München - Es war ein großer Schritt: Die aktuelle Mercedes A-Klasse hat mit ihrem Vorgänger eigentlich nur noch die vier Räder gemeinsam. A wie Attacke ist die Devise bei den Stuttgartern, sie wollen potenten Marktbegleitern wie dem 1er BMW oder dem Audi A3 an den Karren fahren. Geht das Konzept auf?

Jünger, sportlicher, dynamischer – all diese Attribute sollen für die A-Klasse zutreffen. Dass das Mercedes-Baby gut ausschaut, ist eine Tatsache. Für die Insassen sind allerdings der knappe Kopfraum und die vergleichsweise kleinen Fensterflächen samt der nach hinten stark eingeschränkten Sicht erst mal gewöhnungsbedürftig.

Das mag nicht jeder Autofahrer, man sollte das vor einer Kaufentscheidung gründlich ausprobieren.

Wer Mercedes kennt, fühlt sich ansonsten in der A-Klasse sofort wie Zuhause. Scheibenwischer im Blinkerhebel, Wahlhebel für die Automatik da, wo bei anderen Marken der Scheibenwischer betätigt wird – das flutscht nach kurzer Eingewöhnungszeit. Auch das Bediensystem mittels Dreh-Drück-Schalter, die Sport- und Economy-Taste, die Platzierung der Schalter und die Sitzverstellung sind echt Mercedes. Das Qualitätsgefühl ebenso.

Auffällig: Mit etwas breiteren (Lauf-)Schuhen wurde der Platz zwischen Brems- und Gaspedal ein wenig eng.

Der AZ-Testwagen war ein 220 CDI mit 170 PS, serienmäßigem Siebengang-DCT-Getriebe und Start-Stopp-Automatik. Damit, so die Erfahrung aus dem Test, lässt sich die A-Klasse ganz schön dynamisch und trotzdem effizient bewegen. Der digital angezeigten (und nur einmal realisierten) Spitze von stolzen 224 km/h stand ein Durchschnittsverbrauch von eher genügsamen 6,2 Litern gegenüber.

Gewöhnen muss man sich an den etwas ungeschmeidigen Start aus dem Motor-Stillstand nach dem Ampel-Stopp – da kommt der kleine Benz erst nach einer kurzen Bedenkzeit in Fahrt und man muss aufpassen, dass es als spontane Reaktion auf diese Verzögerung nicht mit viel zu viel Gas ungewünscht schnell ab geht.

Ein Raumwunder ist die A-Klasse nicht (Kofferraumvolumen 341 Liter), für größere Platzbedürfnisse verweisen die Schwaben gern auf die aktuelle B-Klasse. Vier Erwachsene können sich aber problemlos auch auf eine längere Tour machen. Aber nur, wenn einer von ihnen mindestens 34093,50 Euro für den A 220 CDI übrig hat.

 

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