AZ-1860-Kolumne Alfred Kohlhäufl: Solide Abwehr, zaghafter Angriff

Der ehemaligen Löwenspieler Alfred Kohlhäufl über den Pokal-Auftritt des TSV gegen Karlsruhe. Foto: sampics/Augenklick/AZ

In der AZ-Fußball-Kolumne des ehemaligen Löwen-Profis Alfred Kohlhäufl, äußert sich dieser über das gewonnen Pokalspiel gegen den Karlsruher SC.

 

München  - "Man kann relativ schnell für Euphorie sorgen und viel Geld verdienen", meinte Thomas Eichin, der Sportchef des TSV 1860 München vor der Pokalpartie gegen den Karlsruher SC. Seine Mannschaft befolgte diesen Wunsch, gewann 2:1 und zog in die nächste Runde ein, in der allein durch die DFB-Zentralvermarktung jeder Club 310.000 Euro erhält.

Es war ein hartes Stück Arbeit für die Gastgeber. Der KSC war lange Zeit die bessere Mannschaft, hatte die klareren Torchancen, scheiterte aber mehrmals an dem hervorragend reagierenden Münchner Torhüter Jan Zimmermann. Ihm war es in erster Linie zu verdanken, dass es bis in die Nachspielzeit hinein noch 1:1 stand. Die Vierer-Abwehrkette, in der der Ex-Karlsruher Jan Mauersberger besonders motiviert war, zeigte kaum Schwächen. Einzige Ausnahme war der Patzer von Innenverteidiger Milos Degenek beim Gegentreffer der Gäste. Ansonsten wurde in der Abwehr, von kleinen Fehlern abgesehen, sehr solide und unspektakulär gearbeitet. Es gab nicht viel auszusetzen.

Probleme beim Forechecking

Das Problem der Sechziger liegt eher im Mittelfeld und im Angriff. Das Verständnis untereinander wird zwar von Spiel zu Spiel besser, ist aber noch nicht optimal. Hier wartet auf Kosta Runjaic noch viel Arbeit. Es gab zwar einige gute Angriffe und zwei schön herausgespielte Tore, aber insgesamt muss das noch um einiges besser werden. Vor allem klappte das Forechecking nicht. Es wurden die gegnerischen Akteure immer erst angegriffen, wenn sie den Ball schon hatten. Es wusste noch keiner wie der Mitspieler angreift.

Man muss natürlich auch feststellen, dass Runjaic fünf offensive Mittelfeldspieler aufbot. Das war zwar sehr mutig, aber auch sehr riskant. Der eine oder andere defensiv stärkere Spieler hätte mehr bewirken können. Ivica Olic, als einzige Spitze, lief wie immer sehr viel, aber auch, wenn der Gegner in Ballbesitz war, viel umsonst, weil nicht richtig nachgerückt wurde. Es gab aber auch einige positive Aktionen. Matchwinner war neben Torhüter Jan Zimmermann der neue Kapitän Stefan Aigner, der an seinem 29. Geburtstag das 1:0 erzielte und den Siegtreffer von Karim Matmour in der 92. Minute glänzend vorbereitete. Im letzten Punktspiel gegen Arminia Bielefeld hatte er schon das entscheidende Tor erzielt.

Kommenden Samstag geht es nun im Punktspiel der 2. Liga wieder gegen den KSC. Bei dieser schweren Ausswärtspartie im Wildparkstadion können die Löwen zwar kein Geld verdienen, aber bei einem positiven Ergebnis für Euphorie sorgen.

 

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