Auto-Finanzierung Ratgeber Privatleasing: Lohnt sich das wirklich?

Junger Mann sitzt in einem Leasingauto Foto: Free-Photos/pixabay.com

Beim Kauf eines neuen Fahrzeugs kommt es immer auf die Finanzierungsfrage an. Mehrere Möglichkeiten stehen zur Auswahl wie beispielsweise Bankkredit, Autokredit oder Leasing.

Dabei gibt es in den letzten Jahren einen Anstieg beim Letztgenannten zu beobachten. In den letzten fünf Jahren ist die Anzahl der Leasingfahrzeuge um fast zehn Prozent auf etwa 2,15 Millionen gestiegen. Auch Privatpersonen interessieren sich immer häufiger für diese Art der Autofinanzierung. Doch lohnt sich das wirklich? Wir stellen in unserem Ratgeber zum Privatleasing die Vor- und Nachteile gegenüber.

Was ist Leasing?

Beim Leasing werden Sie nicht Eigentümer des Fahrzeugs, sondern erhalten nur das Nutzungsrecht. Der Vertragspartner bleibt dabei der Eigentümer wodurch das Leasing Ähnlichkeiten mit einem Mietvertrag hat. Sie können somit das Auto nutzen und zahlen dafür eine monatliche Miete. Häufig ist eine Anzahlung möglich, ist aber nicht immer Vertragsbestandteil. Der Leasingvertrag läuft meist über eine Dauer zwischen 24 und 48 Monaten. Diese Finanzierungsform weist dabei einige Vor-, aber auch Nachteile auf.

Vor- und Nachteile beim Leasing

In der Regel sind die Verträge nicht vorzeitig kündbar. Das macht sich vor allem dann negativ bemerkbar, wenn Sie das Auto nicht mehr brauchen bzw. wollen, oder es sich nicht mehr leisten können. Im beispielhaften Falle einer Krankheit oder eines Arbeitsplatzverlustes kann dies einschneidende Konsequenzen haben. Es werden teilweise aber auch kündbare Leasingverträge angeboten. Jedoch ist dies mit höheren Kosten verbunden.

Leasing gilt in manchen Augen aber als Rundum-Sorglos-Paket. Der Vorteil beim Leasing ist, dass Reparaturen in vielen Fällen nicht aus eigener Tasche bezahlt werden müssen. Ein Leasingauto muss zwar auch in eine Fachwerkstatt wie caroobi, jedoch ist die Reparatur häufig Bestandteil des Leasingvertrags. Die Bezeichnung Rundum-Sorglos-Paket ist aber nur durch Zusatzleistungen möglich.

Eine an den Leasingvertrag angeschlossene Versicherung, die für die Kosten im Schadensfall aufkommt, sorgt dafür, dass die monatliche Rate steigt. In vielen Fällen bestehen Leasingfirmen zudem darauf, dass Sie eine Vollkaskoversicherung abschließen, insofern diese nicht im Leasingvertrag enthalten ist. Das schlägt natürlich stärker zu Buche als eine Teilkaskoversicherung.

Dennoch ist die monatliche Leasingrate meist geringer als entsprechende Raten, wenn Sie das Auto über einen Kredit finanzieren und kaufen. In Verbindung mit der Möglichkeit, stetig ein neues Auto fahren zu können, sorgt das natürlich für einige Pluspunkte. Am Ende der Laufzeit können Sie das Fahrzeug einfach zurückgeben und einen neuen Leasingvertrag über ein neues Auto abschließen. Somit bleiben Sie technisch immer auf dem neusten Stand und ersparen sich den Aufwand, der ansonsten mit dem Verkauf eines eigenen Fahrzeugs verbunden wäre.

Ein Grund für Unternehmen und Unternehmer, Fahrzeuge zu leasen, ist der Steuervorteil. Die Leasingraten lassen sich als Betriebsausgaben vom Gewinn abziehen. Beim Privatleasing entfällt jedoch diese Steuerentlastung. Vorrangig ist daher diese Finanzierung für Selbstständige und Freiberufler interessant, wenn das Auto berufsbedingt genutzt wird.

Restwertleasing und Kilometerleasing

Die Vor- und Nachteile können zusätzlich durch die Art des Leasingvertrages beeinflusst werden:

• Restwertleasing
• Kilometerleasing

Beim Restwertleasing wird berechnet, wie viel das Auto nach Vertragsende noch wert sein wird. Dieser Restwert wird vom aktuellen Wert zuzüglich der Gebühren und Zinsen abgezogen. In Abhängigkeit der Vertragsdauer ergibt sich dann die monatliche Leasingrate. Ist der Restwert aber zu hoch angesetzt, kommt es am Ende der Laufzeit zu Nachzahlungen. Ebenso kann die Höhe der Rate durch zusätzliche Vereinbarungen beeinflusst werden. Hier ist das Andienungsrecht zu nennen, bei dem der Leasingnehmer nach Ablauf des Vertrages unter bestimmten Bedingungen das Auto kaufen muss.

Wollen Sie, dass die Leasingrate weniger vom Restwert des Fahrzeugs abhängt, empfiehlt sich das Kilometerleasing. Kosten für Mängel und Schäden müssen zwar vom Leasingnehmer übernommen werden. Für Gebrauchsspuren kommt jedoch die Leasingfirma auf. Die Höhe der monatlichen Rate wird anhand der Kilometerleistung im Jahr berechnet. Die Strecke, die Sie im Jahr zurücklegen dürfen, wird im Leasingvertrag festgeschrieben. Meist sind dies Werte im Bereich von 10.000 bis 20.000 Kilometern, aber es gibt auch Regelungen für Viel- und Wenig-Fahrer.

Überschreiten Sie jedoch die vereinbarte Kilometerleistung, müssen Sie entsprechend mehr bezahlen. Dabei wird jeder zusätzliche Kilometer berechnet. Nutzen Sie das Kontingent nicht aus, werden Ihnen Gebühren erstattet. Da die Minderkilometer jedoch schlechter vergütet werden, als Mehrkilometer kosten, sollten Sie genau berechnen, welche Kilometerleistung Sie benötigen. Häufig ist jedoch während der Vertragslaufzeit eine Änderung der Kilometerleistung möglich. Hierüber sollten Sie sich im Vorfeld bei Ihrem Leasingpartner erkundigen.

Kostenfaktoren beim Leasing

Beim Leasing gibt es einige Faktoren zu berücksichtigen, die die Höhe der Rate beeinflussen:

• Anzahlung:
Je höher die Anzahlung zu Beginn ist, desto niedriger fallen die Raten aus.

• Fahrzeug:
Logischerweise hat die Wahl des Leasingfahrzeugs einen erheblichen Einfluss auf die Rate. Ein günstigeres Modell zieht entsprechend günstigere monatliche Kosten nach sich. Ein Suzuki Swift ist natürlich zu niedrigeren Leasingraten zu haben als der neue 3er BMW. Zudem können auch etwaige Reparaturen günstiger sein.

• Wertverlust: Einige Fahrzeuge sind wertstabiler als andere. Ein Fahrzeug, das sehr schnell an Wert verliert, bringt höhere Raten mit sich.

• Kilometerleistung:
Ebenfalls für den Wertverlust entscheidend ist die Kilometerleistung. Weil jeder zusätzliche Kilometer auf dem Tacho den Wert mindert, müssen Vielfahrer demzufolge eine höhere Rate zahlen.

• Vertragslaufzeit:
Die Länge des Leasingvertrages wirkt sich deshalb auf die Leasingrate aus, weil der Wertverlust in Bezug auf das Alter des Fahrzeugs erheblich schwankt. Neuwagen haben im ersten Jahr einen hohen Wertverlust, was sich über längere Leasingzeiträume von zwei bis drei Jahren besser ausgleichen lässt.

• Zusatzleistungen:
Angesprochene Zusatzleistungen wie übernommene Werkstattkosten oder enthaltene Versicherungen fließen ebenfalls in die Berechnung der Leasingrate mit ein.

Fazit - Lohnt sich Privatleasing?

Die kurze Antwort darauf lautet: Kommt darauf an. Die Möglichkeit, bei relativ günstigen Raten immer ein aktuelles Modell zu fahren, ist natürlich verlockend. Die Leasingraten sind dabei häufig günstiger als mit einem Kauf verbundene Kreditraten. Das Auto lässt sich nach der Laufzeit bequem austauschen. Die mit dem Leasing verbundenen Leistungen wie Versicherung und Werkstattservice sorgen für zusätzlichen Komfort.

Dabei ist es schwierig zu berechnen, ob die Finanzierung über einen Kredit schlussendlich nicht doch die bessere Alternative ist. Neben den oben genannten Kostenfaktoren kommen auch nicht so leicht vorhersehbare Umstände zum Tragen. Unvorhergesehene Kosten – beispielsweise durch Nachzahlungen aufgrund von Unfällen oder übermäßigem Verschleiß – lassen sich nur näherungsweise bestimmen. Zudem sind Sie niemals Eigentümer des Leasingfahrzeugs, was auch emotional eine Rolle spielen kann.

Wer sich eine Anzahlung leisten kann, kann als Alternative auch eine 3-Wege-Finanzierung nutzen, die häufig von Autobanken angeboten wird. Sie erhalten nach der Anzahlung das Auto zu niedrigeren Raten als beim klassischen Kredit. Nach der Laufzeit haben Sie dann drei verschiedene Möglichkeiten: Eine Schlussrate bezahlen und das Auto behalten, mit einem Anschlusskredit die Schlussrate finanzieren oder das Auto an den Händler zurückgeben. Die letzte Variante ist vergleichbar mit dem Leasing. Diese Variante sollten Sie in Ihrer Kalkulation berücksichtigen, damit Sie die für Sie passende und günstigste Finanzierungsform beim Autokauf nutzen

 

0 Kommentare

Kommentieren

  1. null