Ausstellung Orangerie: Facetten von Zeit und Camera Obscura

Helena Heilig: 150 Sekunden Wirklichkeit 3.0. Foto: Helena Heilig

Die Fotografin Helena Heilig widmet Themen wie Zeit, Entschleunigung, Achtsamkeit und Authentizität eine eigene Ausstellung in der Orangerie am Englischen Garten.

München - Wie wird aus Enge Nähe? Im Arabellahaus kommt alles zusammen: Hotelgäste und ganz normale Mieter. Menschen, die jeden Morgen hier ins Büro gehen oder nur eben schnell mal zum Metzger wollen, zum Zahnarzt oder ins Schwimmbad. Sie alle machen diese Stadt in der Stadt mit der ungewöhnlichen Lochfassade aus: Menschen mit einer sehr unterschiedlichen Ruhe, die kurz durchs Bild wischen oder seit Jahrzehnten hier wohnen.

Die Fotografin Helena Heilig hat sie für ihr Kunstprojekt mit einer digitalen Mittelformat-Kamera begleitet, die Journalistin Susanne Fiedler hat die Portraitierten interviewt und deren Emotionen, Auffassung und Empfinden zum Thema Zeit schriftlich festgehalten. Durch diese zusätzliche Ebene soll der Ausstellungsbesucher mehr erfahren und einen Moment länger verweilen.

Dieses ungewöhnliche Portrait ganz unterschiedlicher Menschen umfasst 21 Schwarz-Weiß-Aufnahmen im Format 50x50 cm und soll zeigen, wie flüchtig Begegnungen sind – auch dem Arabellahaus droht ja der Abriss.

Camera Obscura: ein begehbares Experiment

Zusätzlich zu der Portraitreihe werden Langzeitbelichtungen gezeigt, die in den letzten Jahren in München und anderen Teilen der Welt mit der Camera Obscura entstanden sind. In den für diese Kamera typischen langen Belichtungszeiten – hier von acht bis 150 Sekunden - kann viel Unvorhergesehenes geschehen. Und all das hinterlässt Spuren, schemenhaft mit Raum für Interpretation. In Kooperation mit der Akademie U5 wird eine begehbare Camera Obscura im Raum stehen und dem Besucher eine außergewöhnliche Erfahrungsplattform bieten. Nach Möglichkeit werden die Bilder, die an die Innenwand der lebensgroßen Camera obscura projiziert werden, digital erfasst und somit fassbar/greifbar gemacht. Die voraussichtliche Größe der begehbaren Camera Obscura ist 2mx3mx2,5m. Mit dieser begehbaren Camera Obscura – vielleicht der größten der Welt? – soll die Technik der frühen Fotografie und deren Langsamkeit veranschaulichen. Audioaufnahmen mit exakt der Länge der jeweiligen Belichtungszeit (bis zu zweieinhalb Minuten) ergänzen den visuellen Eindruck.

Die insgesamt neun Bilder entfalten ihre Wirkung als großformatige Drucke auf Alu (100x200cm). Unter jedem Bild hängt ein Kopfhörer mit der zugehörigen Tonaufnahme.

Zeitpixel

Ein weiterer Teil der Ausstellung läuft unter dem Arbeitstitel „Zeitpixel“. Die Vergänglichkeit der Zeit wird abermals sichtbar. Durch Mini-Serien, die seit Beginn des künstlerischen Schaffens von Helena Heilig entstanden sind, wird dem Besucher vor Augen geführt, wie Kinder und Familien sich im Laufe der Jahre verändern. Bis zu 10 Jahre wurden Familien mit der Kamera bei ihrer Zeitreise begleitet. Ca 35 Bilder, schwarz-weiß, Format 15x15cm/ 20x20cm

Entschleunigung

Die Künstlerbrüder Pascal und Paul Wiedenmann aus Berlin werden mit einem Objekt zum Thema „Entschleunigung“ die Ausstellung komplettieren. ( www.ueb3r.de )


Infos zur Ausstellung

Orangerie im Englischen Garten, zwischen Tivolibrücke und Chinesischer Turm
Vernissage: 7. März, 19 Uhr
Öffnungszeiten 8.-18. März: 11:00 - 18:00 Uhr
Mehr Infos: www.helenaheilig.de

 

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