Ausstellung in Berlin Dali-Museum: Anne Geddes zeigt kleine Helden

Elias (7 Jahre, Deutschland) mit seiner Familie Foto: Anne Geddes

Sie gilt als Mutter der anmutigen Baby- und Kinder-Fotografie: Anne Geddes. Ihre aktuellen Bilder haben jedoch einen sehr ernsten Hintergrund: Die Australierin hat 15 Kinder und Jugendliche porträtiert, die nach einer Meningitis den Schritt zurück in den Alltag geschafft haben, jedoch unter Spätfolgen leiden müssen. Die Bilder sind vom 13. bis 19. Juni im Berliner Dali-Museum zu sehen.

 

Berlin - Anne Geddes gilt als Mutter der Kinderfotografie, für ihre anmutigen Baby-Fotografien ist sie weltbekannt. Ihre aktuellen Bilder, die vom 13. bis 19. Juni im Berliner Dali-Museum gezeigt werden, haben jedoch einen sehr ernsten Hintergrund: Die Australierin hat 15 Kinder und Jugendliche aus aller Welt porträtiert, die nach einer überstandenen bakteriellen Meningitis den Schritt zurück in den Alltag geschafft haben, jedoch unter Spätfolgen wie Taubheit, Krampfanfällen oder dem Verlust von Gliedmaßen leiden müssen.

Gemeinsam mit der Confederation of Meningitis Organisations (CoMO) und dem Impfstoffhersteller Novartis möchte die Fotografin mehr Aufmerksamkeit für die tückische Infektionskrankheit wecken, an der allein in Deutschland jährlich etwa 400 Menschen erkranken. Bei zehn Prozent von ihnen verläuft die Krankheit tödlich. Rund einer von fünf Überlebenden muss mit einschneidenden Spätfolgen leben - so auch die 15 Kinder aus Australien, Kanada, Spanien, Irland, Brasilien und Deutschland, die Anne Geddes Modell standen.

Viele von ihnen infizierten sich schon im frühen Kindesalter mit Meningokokken-Bakterien und überlebten die Krankheit oft nach einem langen Kampf auf der Intensivstation und vielfachen Operationen. Kleine Helden, die trotz Schicksalsschlag durch Mut und Zielstrebigkeit beeindrucken.

Meningokokken-Erkrankungen sind bakterielle Infektionen, die eine Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute (Meningitis) oder eine Sepsis (Blutvergiftung) auslösen können. Fünf Hauptgruppen von Meningokokken (A, B, C, W135 und Y) verursachen praktisch alle Fälle von Erkrankungen auf der ganzen Welt, wobei historisch die Serogruppe C und zuletzt Serogruppe B die in Deutschland am meisten verbreiteten Verursacher sind. Nach 20 Jahren Forschung gibt es endlich auch in Deutschland einen Impfstoff gegen die gefährlichen MenB-Bakterien.

International wird dieser bereits empfohlen, in Großbritannien jetzt sogar in den nationalen Impfkalender aufgenommen. Nur in Deutschland ziert sich die Ständige Impfkommission (STIKO) noch, eine Empfehlung auszusprechen. Warum? Zwar gibt es seit 2006 von ihr bereits eine Standardempfehlung für eine Impfung gegen einen anderen Meningokokken-Erreger. Doch diese Serogruppe C verursacht gerade mal 15 Prozent der Erkrankungen im Säuglingsalter - viel gefährlicher ist dabei die Serogruppe B mit 85 Prozent.

Prof. Dr. Tomas Jelinek, einer der führenden Impfexperten in Deutschland und Leiter des Berliner Centrums für Reise- und Tropenmedizin: "Wir kämpfen für eine Welt ohne Meningitis. Nach 20 Jahren Forschung gibt es nun endlich einen Impfstoff gegen Meninigitis B. Ich wünsche mir, dass diese Impfung in den regulären Impfkalender für Säuglinge und Kleinkinder aufgenommen wird."

"Protecting Our Tomorrows" ist eine Zusammenarbeit von Anne Geddes mit Patienten-Organisationen, die sich international unter dem Dach der Confederation of Meningitis Organisations (CoMO) zusammengeschlossen haben.

Anne Geddes stellt ihre Bilder seit dem Frühjahr 2014 weltweit aus, am Welt-Meningitis-Tag (24. April) eröffnete sie persönlich die Ausstellung in Hamburg. Die Bilder werden zusammen mit den Geschichten der Kinder in einem eBook veröffentlicht, das aus dem Internet heruntergeladen werden kann (kostenloser Download bei iBooks unter bit.ly/1oEZumh). Ausstellung in Berlin: 13. bis 19. Juni, Dali-Museum, Leipziger Platz 7, täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Weitere Infos: www.DaliBerlin.de.

 

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