Ausraster beim Friseur Bohlen in München: Was hat er gegen Schwule?

Lässt sich die Haare offenbar lieber von heterosexuellen Friseuren schneiden: Dieter Bohlen. Foto: dpa

Der Show-Star verlangt in München bei Lippert’s Friseure nach einem Mitarbeiter, der heterosexuell ist. Was hat er gegen Schwule?

 

Der Beruf eines Promi-Friseurs ist vor allem in München oft härter als ein Therapeuten-Job: Jeder hat sein Leben und seine Sorgen, über die er ausführlich quatschen möchte – hinzu kommen exzentrisch-eitle Sonderwünsche. Das Party-Girl möchte rauchen, der Schauspieler besteht auf Sushi zum Schnitt, der Fußballer will nicht auf seine Ex stoßen – und der Multi-Millionär mit den drei Haarsträhnen verlangt eine einstündige Kopfmassage. Star-Figaro Wolfgang Lippert (40000 Kunden) und seine 40 Mitarbeiter in den zwei gegenüberliegenden Läden am Lenbachplatz sind also so ziemlich alles gewöhnt.

Doch bei dieser einen Ansage waren selbst sie sprachlos. „Supertalent“- und „DSDS“-Juror Dieter Bohlen war beruflich in München. Bereits im Vorfeld meldete sich ein RTL-Mitarbeiter bei Lippert’s Friseure, um einen Termin für den Casting-König auszumachen. Allerdings nicht im Salon, sondern im Hotel. Der Show-Star logiere im „The Charles“. Dort möge doch um Mitternacht ein Mitarbeiter erscheinen. So weit, so gewöhnlich: Es gibt immer mehr Promis, die den Service (280 Euro/Stunde) genießen wollen, daheim oder im Hotel frisiert zu werden. Superstar Bruce Springsteen, die Ex-Begum Gabriele Inaara Aga Khan, Verona Pooth und Sarah Connor bestellen sich gern einen Friseur aufs Zimmer. Nun wollte der Erfolgsproduzent den Salon in seine Suite verlegen.

Wolfgang Lippert bot beim telefonischen Vorgespräch an, für seine „Highlights“ (früher hießen sie Strähnchen) einen Farb- und einen Schnittspezialisten zu schicken. „Anscheinend macht ihn das aber nervös, wenn zu viele um ihn herum sind“, sagt der Promi-Friseur. „Herr Bohlen wollte auf jeden Fall nur einen Mitarbeiter haben.“ Doch die nächste Forderung hätte ihn kurz sprachlos gemacht, sagt Wolfgang Lippert: Bohlen habe darauf bestanden, dass „ein richtiger Mann“ zu ihm ins Hotel komme. „Ich hab zuerst gar nicht richtig kapiert, was er da wollte“, erzählt Lippert. Dann wurde es ihm aber klar: Bohlen verlangte nach einem heterosexuellen Mann.

„Das habe ich in all den Jahren noch von keinem Kunden gehört“, erzählt Lippert weiter. „Schon sehr seltsam, dass er darauf wert legt.“ Durch Bohlens Einschränkung schieden alle homosexuellen Mitarbeiter aus, nur vier kamen noch infrage. Lippert schickte Hairstylist Christian. Was genau hat Dieter Bohlen also gegen Schwule? Auf AZ-Nachfrage wollte der sich dazu nicht äußern. Zumindest war er mit dem „richtigen Mann“ offenbar ganz glücklich, denn Beschwerden gab es anschließend keine. Nur gefönt und gestylt wollte er zum Schluss nicht werden: „Das mache ich selber!“ Klar, als richtiger Mann.

 

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