Auslosung der EM-Qualifikation Harter Brocken droht: DFB-Team fällt aus Lostopf 1

Seine letzte Dienstreise 2018 führt ihn nach Dublin: Bundestrainer Joachim Löw wird bei der Auslosung der EM-Qualifikationsgruppen am 2. Dezember im Convention Center weilen. Foto: Marius Becker/dpa

Der deutschen Nationalmannschaft droht auf dem Weg zur EM 2020 zumindest ein harter Brocken. Durch das 1:1 von Polen zum Abschluss der Nations League in Portugal fiel die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw aus Lostopf 1.

Guimaraes - Die deutsche Fußball-Nationalelf wird bei der Auslosung der EM-Qualifikationsgruppen nicht im Topf der zehn besten Mannschaften gesetzt sein. Durch das 1:1 zwischen Portugal und Polen am Dienstagabend rutschte die DFB-Auswahl in dem Uefa-Ranking der zwölf Teams aus der Nations-League-A wieder auf den elften Platz ab.

Den letzten freien Platz im besten Auslosungstopf holten sich die Polen. Deutschland wird bei der Zeremonie am 2. Dezember in Dublin nun in Topf 2 eingeordnet und trifft im kommenden Jahr in einer Fünfer- oder Sechsergruppe auf jeden Fall auf einen Kontrahenten aus dem stärksten Topf. Darin befinden sich Portugal, England, die Schweiz, die Niederlande, Spanien, Frankreich, Belgien, Italien, Kroatien und Polen.

Polen statt Deutschland im besten Auslosungstopf

Für die EM 2020 qualifizieren sich die Gruppensieger und Gruppenzweiten aller zehn Gruppen. Weitere vier Tickets werden in Playoff-Runden unter den Siegern der vier Ligen der Nations League im März 2020 ausgespielt. Bei einem Sieg Portugals wäre Deutschland statt Polen in den besten Topf gerutscht.

Andre Silva (34.) hatte Portugal in Guimaraes nach einem Eckball von Bayern-Profi Renato Sanches per Kopf in Führung gebracht. Arkadiusz Milik (66.) erzielte per Foulelfmeter allerdings den Ausgleich für die Polen, Danilo Pereira hatte mit einer Notbremse den Strafstoß verursacht und sah die Rote Karte. Polen musste ohne Bayerns Robert Lewandowski antreten, der Starstürmer war vor dem Spiel wegen Knieproblemen abgereist. 

Die Lostöpfe für die Auslosung zur EM-Qualifikation 2020

Alle 55 Uefa-Mitglieder werden auf zehn Gruppen aufgeteilt - fünf Gruppen mit fünf und fünf Gruppen mit sechs Teams werden gelost. Die zehn Gruppensieger und die zehn Gruppenzweiten qualifizieren sich für die EM-Endrunde vom 12. Juni bis 12. Juli 2020.

Topf 1 (gesetzt für eine Fünfer-Gruppe): England, Schweiz, Niederlande, Portugal - (weitere Teams): Frankreich, Spanien, Italien, Belgien, Kroatien, Polen

Topf 2: DEUTSCHLAND, Island, Bosnien-Herzegowina, Ukraine, Russland, Dänemark, Wales, Österreich, Schweden, Tschechien

Topf 3: Türkei, Irland, Slowakei, Nordirland, Serbien, Norwegen, Finnland, Schottland, Bulgarien, Israel

Topf 4: Ungarn, Rumänien, Albanien, Griechenland, Zypern, Montenegro, Estland, Slowenien, Litauen, Georgien

Topf 5: Kosovo, Weißrussland, Mazedonien, Luxemburg, Aserbaidschan, Armenien, Kasachstan, Moldau, Gibraltar, Färöer

Topf 6 (für die fünf Sechsergruppen): Lettland, Liechtenstein, Andorra, Malta, San Marino

Fragen und Antworten zur EM-Quali-Auslosung

Nach dem eigenen 2:2 gegen Holland und dem 1:1 der Polen in Portugal wird Deutschland bei der Auslosung nicht im Topf der zehn besten Teams gesetzt sein. Fest steht damit, dass dem DFB-Team ein Kontrahent aus der A-Liga der Nations League zugeordnet wird - möglich ist ein Hochkaräter wie Frankreich, Spanien, Portugal, Belgien, England oder Italien. Deutschland ist nur in Topf 2 und kann entweder eine Fünfer- oder eine Sechsergruppe erwischen.

Wann erfährt Löw, gegen wen es in der EM-Quali geht?

Die Auslosung findet schon in der kommenden Woche, am 2. Dezember um 12 Uhr deutscher Zeit, im Convention Center von Dublin statt. Bundestrainer Joachim Löw wird dann vor Ort sein - die letzte wichtige Dienstreise im verkorksten WM-Jahr 2018.

Wann wird die EM-Qualifikation gespielt?

Fünf Doppelspieltage sind im internationalen Terminkalender für 2019 reserviert. Im März, Juni, September, Oktober und November stehen die Gruppenspiele an. Spielt Deutschland in einer Sechsergruppe, gibt es nur Pflichtspiele. Wird man einer Fünfergruppe gelost, sind noch zwei Termine für Testspiele frei.

Wer qualifiziert sich für die EM?

Der Modus ist einfach. Alle Gruppensieger und alle Gruppenzweiten schaffen den Sprung zur EM-Endrunde 2020. Damit sind dann 20 der 24 Tickets für die EM-Endrunde vergeben. Die Gruppenauslosung findet am 1. Dezember 2019 statt, obwohl dann vier Turnierstarter noch gar nicht feststehen.

Was hat es mit den Playoffs auf sich?

Bei diesen Ausscheidungsspielen werden vom 26. bis 31. März 2020 die vier verbliebenen Tickets vergeben. Startberechtigt sind die Sieger der jeweils vier Gruppen aus den Ligen A bis D der Nations League. Haben diese Teams schon über die normale Qualifikation ihr EM-Ticket gesichert, geht das Startrecht an das nächstbeste noch nicht qualifizierte Team der jeweiligen Liga über. Haben alle Mannschaften einer Liga die EM schon erreicht, können Teams aus der tieferen Liga an den Playoffs teilnehmen. So werden zum Beispiel aus der schwächsten Liga D Georgien, Weißrussland, Mazedonien und Kosovo einen EM-Starter ausspielen.

Wann und wo wird die EM gespielt?

Die Endrunde findet vom 12. Juni bis 12. Juli 2020 in zwölf Ländern statt. Eröffnungsort ist Rom, beide Halbfinals und das Endspiel finden in London statt. München ist als deutscher Spielort Gastgeber für drei Gruppenspiele und ein Viertelfinale.

Was hat es mit dem Nations-League-Finale auf sich?

Dieses Turnier hat mit der EM nichts zu tun. Vom 5. bis 9. Juni 2019 spielen die Sieger der vier Gruppen der A-Liga - Portugal, England, die Niederlande und die Schweiz - in Porto und Guimaraes den Sieger des neuen Wettbewerbs aus. Der Gewinner erhält einen Silber-Pokal und eine Prämie von sechs Millionen Euro.

Wie geht es für Deutschland in der Nations League weiter?

Von September bis November 2020 findet die nächste Gruppenphase des Wettbewerbs statt. Die DFB-Elf wird dann in eine Dreiergruppe in der Liga B gelost. Als Erster würde man wieder in die A-Liga aufsteigen, als Letzter in die C-Liga absteigen. Die möglichen Gegner sind: Kroatien, Polen, Island, Österreich, Tschechien, Wales, Russland, Israel, Finnland, Norwegen und Serbien.

 

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