Ausfälle und Verspätungen Drei Mega-Pannen: Chaostage bei der S-Bahn

Die Woche bei der S-Bahn war ziemlich chaotisch. Foto: Feuerwehr, Steinburg, Schleicher, SWM

Wer täglich auf die S-Bahn angewiesen ist, brauchte in dieser Woche starke Nerven – für drei schwerwiegende Pannen in nur fünf Tagen.

 

München - Los ging’s am Montag mit einer Stellwerk-Störung: Ausgerechnet zum Start in die Sommerferien fuhren stundenlang keine S-Bahnen mehr zum Münchner Flughafen. Tausende Familien hatten Angst, ihren Flieger zu verpassen. Die S1 fuhr nach Freising, die S8 endete bereits in Ismaning. Zum Flughafen weiter ging es mit Bussen – oder mit dem Taxi.

Leider klappte es nicht so ganz mit dem Schienenersatzverkehr. Die Atmosphäre unter den Hunderten Wartenden sei immer unruhiger geworden, berichteten Betroffene, Menschen seien den Taxis hinterhergerannt, in Tränen ausgebrochen.

"Wirklich ärgerlich" sei es, sagte ein Bahn-Sprecher zur AZ, dass man das Problem ausgerechnet zum Ferienstart gehabt habe. Von 9.30 Uhr bis 12.15 Uhr seien keine S-Bahnen zum Flughafen gefahren.

Ein Stromkabel mit 15 000 Volt Spannung lag auf dem Zugdach

Am Mittwoch dann der nächste große Knall: ein Kurzschluss kurz nach 9 Uhr im Osten, der den Betrieb im gesamten S-Bahn-Netz einen kompletten Tag lang kräftig durcheinanderbrachte.

Eine S-Bahn hatte zwischen Ostbahnhof und Leuchtenbergring die Oberleitung beschädigt. 250 Fahrgäste saßen in der gestrandeten S2 fest. Sie konnten zwei Stunden den Zug nicht verlassen – aus Sicherheitsgründen, weil ein Stromkabel mit 15 000 Volt Spannung auf dem Dach der Bahn lag. Weitere Stromkabel hingen direkt neben dem Zug bis zum Boden. Weil die Stromversorgung unterbrochen war, funktionierte im Zug die Klimaanlage nicht.

Nachdem Techniker den Strom abgeschaltet hatten, brachten Feuerwehrmänner die Passagiere in Sicherheit.

Den ganzen Tag über fielen im gesamten S-Bahnnetz Züge aus, oder hatten Verspätung von 20 Minuten und mehr. Ungezählte Pendler saßen auf dem Weg in die Arbeit fest. Nach Feierabend ging es zurück ins S-Bahn-Chaos. Die Züge hatten auch dann noch immer Verspätung. Erst als die S-Bahn ins Ausbesserungswerk Steinhausen geschleppt und der Oberleitungsschaden behoben war, normalisierte sich die Lage.

Freitagmorgen ging's weiter

Doch wer jetzt dachte, das Chaos-Pensum sei erfüllt, lag damit gründlich schief: Nach einem halbwegs störungsfreien Donnerstag ging es am Freitag frühmorgens gleich wieder los. Aufgrund eines Notarzteinsatzes am Gleis war ab 7.30 Uhr die Strecke auf der Linie S7 Richtung Wolfratshausen zwischen Mittersendling und Donnersbergerbrücke gesperrt.

Gegen 8.30 Uhr dann der nächste Notarzteinsatz – diesmal auf der Strecke der S2 zwischen Laim und Dachau.

Kurz nach 9 Uhr streikte dann auch noch die Technik im Stellwerk am Ostbahnhof. Diese Panne brachte den Fahrplan im gesamten Netz endgültig durcheinander. Die Stammstrecke war betroffen, dadurch bekamen auch die übrigen Linien im Netz Verspätung. Das blieb so bis zum Nachmittag.

Am Harras saßen morgens Fahrgäste 40 Minuten fest – keine Durchsage, keine Info.

Am frühen Abend die nächsten Verspätungen

Ein paar Ausflügler hofften, dass sie mit ihren Rädern wenigstens in Richtung Berge gebracht würden. Als kurz nach 10 Uhr dann tatsächlich die Oberlandbahn kam, durften sie mit ihren Rädern nicht einsteigen. Aus Sicherheitsgründen, wie ein Sprecher betont. Der Zug sei zu voll mit Radlern gewesen.

Gegen 18 Uhr dann schon wieder Verspätungen auf der Stammstrecke – ein Unbekannter war am Marienplatz über die Gleise gelaufen.
 

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