Aus im Halbfinale Debakel in Bamberg für Bayern-Basketballer

Die Bayern (im Bild Anton Gavel, re.) hatten das Nachsehen bei den Brose Baskets Bamberg. Foto: imago/zink

Die Bayern-Basketballer gehen bei den Brose Baskets Bamberg unter und scheiden denkwürdig im Halbfinale aus. Trainer Pesic will zu "99 Prozent" bleiben.

 

Bamberg - Der „Sweep“, also die Höchststrafe für den FC Bayern Basketball ist perfekt. Und wie! Nach einer demütigenden 65:96-Niederlage bei den Brose Baskets Bamberg verabschieden sich die Münchner mit 0:3 aus den Playoffs. Der Traum, die Meisterschaft nach 2014 zurück nach München zu holen, ist damit endgültig geplatzt und in einem Debakel geendet. Für Bayern heißt es stattdessen: Endstation Bamberg.

Dabei war der Auftrag des FCBB vor der Partie nach zuvor zwei Niederlagen klar: Um das vorzeitige Saisonende zu verhindern, musste im dritten Duell mit den Brose Baskets unbedingt ein Sieg in Bamberg her. Das war in der gesamten BBL-Saison allerdings keinem Team – auch nicht den Bayern – gelungen. Seit 23 Spielen sind die Bamberger zuhause in „Freakcity“, wie die Heimspielstätte mit ihren fanatischen Anhängern auch genannt wird, nun ungeschlagen. Ausgerechnet der FC Bayern hat dort als bislang letztes deutsches Team gewonnen – vor knapp einem Jahr in Spiel eins der damals umkämpften Finalserie über fünf Spiele, an deren Ende Bamberg als Champion feststand.

Bamberg übernahm sofort das Kommando

„Uns haben schon alle abgeschrieben, vielleicht ist das heute unsere Chance“, hatte FCBB-Geschäftsführer Marko Pesic unmittelbar vor der Partie noch bei „telekombasketball.de“ gesagt. Und auch mit der Rückkehr von Center Deon Thompson, der die ersten beiden Duelle aufgrund von Wadenproblemen verpasst hatte, durchaus Hoffnungen verbunden. Diese erfüllten sich allerdings von Anfang an nicht. Im Gegenteil. Denn Bamberg übernahm sofort das Kommando und ging nach einem 10:0-Lauf schnell mit 14:3 in Führung. Nach dem Ende des ersten Viertels führten die Gastgeber schon mit 24:10.

Während Bambergs Akteure um den wertvollsten Spieler der Saison (MVP) Brad Wanamaker scheinbar nach Belieben trafen, ging bei den Bayern nichts. Ein Dreier nach dem anderen schlug im Ring der Gäste ein. Patrick Heckmann traf kurz vor der Pause spektakulär per Dunking zum 47:15 – mitten ins bayerische Herz. Mit 29 (!) Punkten Vorsprung gingen die Brose Baskets in die Halbzeit (49:20). So etwas hatten selbst die Zuschauer in „Freakcity“ noch nicht gesehen, geschweige denn erwartet.

Auch Dennis Schröder von den Atlanta Hawks saß als Augenzeuge im Publikum. Und der NBA-Star sah, wie die Bamberger um Nationalmannschaftskollege Daniel Theis, mit dem er gut befreundet ist, auch nach dem Seitenwechsel nicht locker ließen. Einzig Anton Gavel (13 Punkte) schien gewillt dazu, ein wenig dagegen zu halten. Die Brose Baskets bauten ihren Vorsprung aber sogar noch aus und siegten am Ende ebenso verdient wie deutlich.

Bayerns Tiefpunkt seit dem Wiederaufstieg

Bamberg, das fünf der vergangenen sechs Titel gewann, zieht damit zum neunten Mal ins Finale um die deutsche Meisterschaft ein. Der FC Bayern hat dagegen mit dem krachenden Halbfinalaus den Tiefpunkt seit dem Wiederaufstieg 2011 erreicht. Coach Svetislav Pesic hatte bereits vor den Playoffs angekündigt, sich zu „99 Prozent“ nach dem Ende der K.o.-Runde aus der BBL und vom FCBB zu verabschieden. „Der Prozentanteil hat sich geändert“, hatte der 66-Jährige, dessen Vertrag eigentlich noch bis 2017 gilt, vor der Partie überraschend bei „telekombasketball.de“ verkündet. Und zwar so, „dass ich zu 99 Prozent meinen Job auch in der nächsten Saison hier mache“.

Mit einem derartigen Debakel seiner Mannschaft, das dann folgen sollte, hat aber mit Sicherheit auch er zu 99 Prozent nicht gerechnet.

 

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