Augsburger Polizistenmord Tasche mit Blutspuren des Polizisten gefunden

Ein wegen des Mordes an dem Augsburger Polizisten Mathias V. Tatverdächtiger wird am Freitag in Augsburg in Handschellen in die Tiefgarage des Strafjustizzentrums gefahren. Foto: dapd

Die Ermittler in Augsburg haben eine Tasche mit einer Blutspur des ermordeten Polizisten entdeckt. Außerdem war ein Waffenarsenal bei einer Angehörigen versteckt - möglicherweise auch die Tatwaffe.

 

München - Die Beweislage im Fall des Augsburger Polizistenmords belastet die beiden Verdächtigen zunehmend. Ermittler fanden eine Tasche mit Blutspuren des ermordeten Polizisten, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch gemeinsam mitteilten. Zudem entdeckten sie bei einer Familienangehörigen der beiden verhafteten Brüder ein weiteres Waffenlager. Möglicherweise ist auch die Tatwaffe darunter. Dies untersuchen derzeit Spezialisten des Landes- und Bundeskriminalamts.

Laut den Ermittlern beinhaltete das nun entdeckte Waffenarsenal der Brüder etwa zehn scharfe Schusswaffen sowie Handgranaten. Den Angaben zufolge konnten neben mehreren großkalibrigen Faustfeuerwaffen auch drei funktionsfähige Schnellfeuergewehre vom Typ „Kalaschnikow“ samt Magazinen und umfangreicher Munition aufgefunden werden. Das Kaliber dieser Waffen passt zu den Hülsen und Geschossen, die am Tatort aufgefunden wurden.

Versteck bei Familienangehöriger

Die Waffen waren laut den Ermittlern bei einer Familienangehörigen der verdächtigen Brüder versteckt. Es gebe derzeit „keine Anhaltspunkte“ dafür, dass die Frau von dem Arsenal wusste, hieß es weiter. Alleine der Besitz solcher Kriegswaffen ist ein Verbrechen nach dem Kriegswaffenkontrollgesetz. Neben den Waffen lagerten in dem Versteck acht scharfe und funktionsfähige Handgranaten aus osteuropäischer Fertigung. Eine technische Sondereinheit des Bayerischen Landeskriminalamtes sicherte diese und entschärfte sie. Die Spezialisten untersuchen sie derzeit.

Tasche mit Blut des Opfers entdeckt

In einem weiteren Versteck entdecken die Ermittler eine Tasche, die die Täter mutmaßlich bei der Tat dabei hatten und nach der intensiv gefahndet worden war. An dieser Tasche haftete Blut, das laut einer DNA-Untersuchung von dem ermordeten Polizeibeamten Mathias Vieth stammt. Die beiden Tatverdächtigen schweigen weiter zu den Vorwürfen. Vor einer Woche hatte die Polizei die Brüder verhaftet. Sie sollen in der Nacht zum 28. Oktober den 41-jährigen Polizisten erschossen haben, der sie kontrollieren wollte. Einer der beiden Männer saß bereits einmal wegen Mordes an einem Polizisten für mehr als 19 Jahre im Gefängnis. 

 

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