Augenentzündung, Syphilis und Tuberkulose Der Münchner Infektions-Bericht

Das städtische Gesundheitsreferat erklärt in einem Bericht, woran die Münchner leiden.

 

München - Welche übertragbaren Krankheiten machen den Münchnern zu schaffen? Das städtische Gesundheitsreferat wertet jedes Jahr in einem Bericht aus, welche Infektionen neu gemeldet worden sind. Die AZ gibt einen Überblick.

Adenoviren: Sie zählen zu den häufigsten Erregern von infektiöser Bindehautentzündung, der so genannten Keratokonjunktivitis epidemica. Diese Augenentzündung ist hoch ansteckend. Die Münchner Meldezahlen sind stark angestiegen. Wurde 2011 nur ein einziger Fall registriert, waren es im vorigen Jahr bereits 105. Teils erwischte es gleich mehrere Mitglieder einer Familie. Zweimal kam es zudem zu einer Ausbreitung in einer Klinik sowie einer Praxis.

Syphilis: Seit mehr als einem Jahrzehnt sind nicht mehr so viele Neuinfektionen dieser Krankheit gemeldet worden wie zuletzt. 315 Fälle wurden verzeichnet – 35 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch in anderen deutschen Großstädten breitet sich Syphilis weiter aus. Die meisten Betroffenen sind Männer, die Sex mit Männern hatten.

HIV: 133 Münchner haben voriges Jahr erfahren, dass sie HIV-infiziert sind. In den Jahren zuvor waren es noch mehr (2011: 156, 2010:169).

Hantavirus: Der Infektionsweg klingt ziemlich eklig. Die Krankheit wird hauptsächlich durch das Einatmen von getrocknetem Urin und Kot von Rötelmäusen übertragen. 2012 war deutschlandweit ein Rekordjahr, was die Zahl der Neuerkrankungen angeht. 2824 Fälle sind dem Robert-Koch-Institut gemeldet worden, allein 438 davon aus Bayern. Die Münchner bleiben vom Hantavirus aber weitgehend verschont: Hier gab es nur vier bekannte Fälle.

Masern: Rote Hautflecken, Fieber – damit mussten sich 2012 deutlich weniger Menschen in unserer Stadt herumschlagen als in anderen Jahren: nur sieben Fälle sind bekannt. Doch das war nur die Ruhe vor dem Sturm. Im Mai dieses Jahres kam es zu einer stadtweiten Masern-Epidemie (AZ berichtete). Schon im Juni war von 220 Erkrankungen die Rede, jetzt sind es rund 320. Der Grund: viele Jugendliche und junge Erwachsene sind nicht ausreichend geimpft. Die Infektion, die oft als harmlose Kinderkrankheit abgetan wird, kann schlimme Folgen haben, vor allem wenn sie Erwachsene erwischt. Lebensbedrohliche Komplikationen wie Lungen- und Hirnentzündungen können auftreten.

Tuberkulose: Sie führt die weltweite Statistik der tödlichen Infektionskrankheiten an. Allein im Jahr 2011 starben 1,4 Millionen Menschen daran. Was die Neuerkrankungen in München angeht, blieb die Lage im Vergleich zum Vorjahr unverändert. 137 Fälle sind verzeichnet worden – eine Zahl, die deutlich über dem Landes- und Bundesschnitt liegt. Als Hauptursache sieht das Gesundheitsreferat die Zuwanderung aus Ländern mit einem hohen TBC-Risiko an. In München waren 76 Prozent der neu erkrankten Menschen nicht in Deutschland geboren.

Influenza: Die Grippesaison 2011/2012 verlief unspektakulär. Über 739 Betroffene wurde das Gesundheitsreferat informiert. Ein Jahr später erwischte es dafür um so mehr Münchner. Heuer sind so viele Influenza-Opfer gemeldet worden wie nie zuvor: 2214 Fälle kamen bis Ende April zusammen.

 

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