Auftritt in der Tonhalle "The Eagles of Death Metal" - So war das Konzert in München

The Eagles of Death Metal - hier bei ihrem Nachholkonzert in Paris. Am Donnerstag gastierte die Band in der Münchner Tonhalle. Foto: dpa

The Eagles of Death Metal - drei Monate nach dem Terror im Pariser Club "Bataclan" gastierte die Band am Donnerstagabend in München. Die AZ-Konzertkritik.

 

München - Zur richtigen Zeit am am richtigen Ort sein - eine Binsenweisheit für Karrieresprünge aller Art, besonders im Bereich der Kunst. Makaber allerdings, wenn es sich bei der "richtigen" Zeit und dem "richtigen" Ort um einen grausamen Terroranschlag handelt. Wie bei der Gruppe The Eagles of Death Metal, die im vergangenen November just an dem Tag in dem bekannten Pariser Club "Bataclan" gastierte, als dort ein islamistisches Massaker 90 Menschenleben forderte. Auf einmal stand die bislang so gut wie unbekannte Band im Licht der Öffentlichkeit.

Und so darf es auch nicht wundern, dass bei ihrem Konzert in München die Tonhalle so gut wie ausverkauft war. Nach einer Intro-Einspielung von "In München steht ein Hofbräuhaus" ziehen die Musiker ein wie siegreiche Gladiatoren. Sie sagen nichts, sie tun nichts, stellen sich nur an den Bühnenrand und schauen die Fans an. Und die toben und jubeln, als hätten sie es hier mit Helden zu tun.

Mittlerweile hat sich längst herumgesprochen, dass diese Musiker aus Kalifornien nicht das Geringste mit Death Metal zu tun haben, sondern sich eher in den Bereichen Garagenrock und Fun-Punk bewegen. Ihre Songs, ob "I Only Want You" oder "You Don't Know Who I Am" aus dem neuen Album klingen alle sehr ähnlich. Dafür sorgt schon Drummer Josh Homme, der offenbar mehr auf Kontinuität setzt als auf Abwechslung im Spiel. Und so bleibt der musikalische Wert des Abends letztlich doch recht überschaubar.

Frontmann Jesse Hughes: "I love you Motherfuckers!"

Sänger und Frontmann Jesse Hughes, schick in breiten Hosenträgern, beteuert immer wieder wie sehr er München mag, wie gut es ihm hier gefällt und wie toll sein Verhältnis zu seinen Fans ist: "I love you Motherfuckers!" - immer und immer wieder.

Die Zitate, mit denen er kürzlich in den Zeitungen dieser Welt Aufsehen erregt hat, schwingen trotzdem irgendwie mit. So gestand er in Interviews seine Verehrung für Ronald Reagan und Donald Trump, bezeichnete sich selbst als "right wing extremist" und Barack Obama als "kommunistischen Schwanzlutscher". Außerdem äußerte er den Standpunkt, dass "jeder Waffen tragen dürfen sollte, solange nicht sichergestellt ist, dass keiner mehr welche hat".

Was wohl die Angehörigen der Opfer von Paris dazu sagen, dass The Eagles of Death Metal jetzt so im Rampenlicht stehen?

 

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