Auftakt in Bundesliga Das sind die Top 5 der Bayern-Jäger

Diese Stars fordern den FC Bayern (von links): Xhaka von Mönchengladbach, der Schalker Draxler, Wolfsburgs De Bruyne, BVB-Profi Reus und Leverkusens Kießling. Foto: AZ-Kombo: dpa, firo (3), sampics/Augenklick

Wolfsburg, Gladbach, Leverkusen, Schalke und Dortmund: Sie sind die härtesten Verfolger des FC Bayern auf dem Weg zum vierten Meistertitel in Folge. Die Top-Teams der Liga im AZ-Check.

 

München - Nachschlag gefällig? „Wenn die Mannschaft hungrig ist, wird es keinen anderen deutschen Meister geben“, sagt Philipp Lahm. Bayerns Kapitän peilt die vierte Schale in Folge an – das gelang bisher noch keiner Mannschaft in der Geschichte der Bundesliga. Zum Auftakt in die 53. Spielzeit steht ein eher leicht verdaulicher Appetithappen an: Der Slapstick-Klub aus Hamburg (siehe: Pokal-Blamage, Rucksack-Klau, T-Shirt-Panne) kommt am Freitag (20.30 Uhr/ live bei Sky und ARD) in die Allianz Arena. Ob das Ergebnis des letzten Gastspiels beim HSV Mut verbreitet? Eher nicht. Mit 0:8 wurden die Hamburger Anfang des Jahres wieder nach Hause geschickt.

Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge glaubt jedenfalls an den vierten, den Rekordtitel. „Wenn jemand diese ,Fantastische Vier’ schaffen kann, dann unsere Mannschaft“, schrieb er im Stadionheft. Deutlich schwerere Brocken als der HSV werden folgen – welche fünf Klubs die ärgsten Bayern-Verfolger sein dürften, wie sie sich verstärkt haben und was es bei ihnen zu erwarten gilt, analysiert die AZ auf dieser Seite.

Wolfsburg: Konkurrent Nummer 1

VfL Wolfsburg (2014/2015: Platz 2): So richtig viel hat sich bei den Wölfen nicht geändert – das hat der VW-Klub nach der erfolgreichen Vorsaison auch nicht nötig. Mit Max Kruse hat man nur einen wirklich prominenten Neuen verpflichtet. Der Kader des VfL ist breit aufgestellt, findet auch Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer: „Sie haben sich immer wieder mehr mit Klasse punktuell verstärkt. Das haben sie sehr gut gemacht“, sagte er zur AZ.

Ob der Kader auch gut genug ist, um mit der zusätzlichen Belastung in der Champions League klarzukommen, müssen die Wölfe noch beweisen. In der Liga will man bereit sein, wenn die Bayern schwächeln. „Die Wolfsburger können Bayern sogar bis zum letzten Spieltag ein interessantes Duell um Platz eins liefern“, schreibt Lothar Mattäus in „Sport Bild“. Vieles hängt dabei von Topstar Kevin De Bruyne ab. Bleibt er, ist dem VfL einiges zuzutrauen. Er glänzte beim 4:1 gegen die Stuttgarter Kickers im Pokal einmal mehr. Mit ihm schielt man nach DFB-Pokal und Supercup nun auf die Meisterschale.

Gladbach: Unberechenbar in der Offensive

Borussia Mönchengladbach (2014/2015: Platz 3): Es ist eine besondere Saison für Gladbach: Erstmals seit 37 Jahren spielen die Fohlen wieder in der Champions League. Allerdings verloren sie mit Kruse (zu Wolfsburg) und Kramer (nach Leverkusen) zwei Säulen, Drmic und Stindl sollen sie ersetzen. Um mit der ungewohnten Dreifachbelastung klarzukommen, setzt Trainer Lucien Favre wie immer auf das Kollektiv. Die Verantwortung soll auf viele Schultern verteilt werden, die wandernde Kapitänsbinde wird eingeführt.

Stammspieler wie Granit Xhaka, den Chef im Mittelfeld, gibt es bei Favre wenige. Der Schweizer liebt es zu rotieren – besonders in der Offensive: Traoré, Hahn, Hazard, Herrmann, Johnson, Raffael, Hrgota, Drmic – Borussia Mönchengladbach soll zur Borussia Unausrechenbar werden.

Wie gut das funktioniert, musste der FC St. Pauli im DFB-Pokal beim 1:4 erleben. Während Sammer die Gladbacher als echten Konkurrenten nennt, will Manager Max Eberl nichts von einem Angriff auf die Bayern wissen. „Es wäre waghalsig, wenn wir das tun und wahrscheinlich der Anfang vom Ende.“

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Leverkusen: Mit Tempo zum Titel?

Bayer Leverkusen (2014/2015: Platz 4): Er könnte das entscheidende Puzzleteil werden: Christoph Kramer. Mit ihm hat Bayer Leverkusen alles richtig gemacht. Vor zwei Jahren verlieh man den Youngster nach Gladbach, jetzt kehrt Kramer als Weltmeister zurück. Zusammen mit Lars Bender bildet er auf der Doppelsechs das neue Herzstück der Werkself, das im riskanten Tempofußball von Roger Schmidt für die nötige Stabilität sorgen soll. Dadurch gibt es in der Offensive für Calhanoglu, Kießling und Co. mehr Freiheiten.

Doch nicht nur Kramer ist neu, Jonathan Tah, deutscher Nachwuchsspieler des Jahres, André Ramalho, Admir Mehmedi und Charles Aránguiz wurden verpflichtet. Während Castro, Reinartz und Drmic den Verein wechselten, beendete Routinier Rolfes seine Karriere. Dass die Mannschaft nach diesem kleinen Umbruch noch Luft nach oben hat, zeigte der eher schwache Auftritt beim 3:0 im Pokal in Lotte. Dennoch hat Schmidt große Ziele: „Ich wünsche mir, dass wir mit dieser Mannschaft mal in die Nähe kommen, um Titel zu gewinnen.“

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Schalke 04: Warten aufs blaue Wunder

FC Schalke 04 (2014/2015: Platz 6): Auf Schalke kehrt einfach keine Ruhe ein. Boateng soll weg, Draxler vielleicht auch? Lothar Matthäus glaubt nicht, dass Königsblau im Rennen um die Meisterschaft eine Rolle spielen kann: „Es wäre ein Wunder, wenn die Spieler die turbulenten letzten beiden Jahre einfach so wegstecken.“ Dabei scheint der erste Schritt in die richtige Richtung mit der Verpflichtung von André Breitenreiter als Trainer doch getan. Man holte jüngere Spieler wie Geis und Di Santo und ließ Farfan, Fuchs und Barnetta ziehen.

Es könnte also die Saison der Talente, von Draxler, Meyer, Goretzka und Co., werden. Aber bleibt Draxler denn überhaupt? Juventus Turin will den Weltmeister, auch wenn Schalke-Manager Horst Heldt ihn lieber halten würde: „Es ist nicht unser Plan, Julian zu verkaufen.“ Die Diskussionen reißen nicht ab, dennoch blickt Heldt auch auf das Sportliche: „Wir möchten, dass die Leute erkennen, dass die Mannschaft sich zerreißt.“ Im Pokal hat das beim 5:0 in Duisburg schon mal ganz gut geklappt.

Borussia Dortmund: Tuchel macht den BVB fit

orussia Dortmund (2014/2015: Platz 7): Es herrscht Aufbruchstimmung beim BVB. Nach einer Horror-Saison, in der man nach 19 Spieltagen auf dem letzten Tabellenplatz stand, beerbte Thomas Tuchel Jürgen Klopp nach sieben Jahren auf der Trainerbank. Castro, Weigl und Bürki kamen, Langerak, Jojic und Immobile gingen. Doch die Veränderungen scheinen für Auffrischung gesorgt zu haben. Die Offensive um Reus, Aubameyang und Mkhitaryan zeigte sich bereits in Topform. Letzterer, der den BVB nach einer unglücklichen Saison fast verlassen hätte, blühte zuletzt richtig auf. Die Qualifikations-Spiele zur Europa League waren stark, die Vorbereitung vielversprechend. „Mit Tuchel scheint Dortmund nun wieder in der Spur. Die Qualität für die direkte Champions-League-Qualifikation ist vorhanden“, so Matthäus. Aber ist auch mehr drin? „Herausforderer für die Spitze“, das will Tuchel sein. Sammer hat den BVB auf jeden Fall auf dem Zettel: „Ich rechne wieder mit den Dortmundern.“

 

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