Aufsichtsratschef beim FC Bayern Uli Hoeneß: Wieder ganz der Alte

Comeback auf der großen Bayern-Bühne: Präsident und Aufsichtsratschef Uli Hoeneß. Foto: firo/Augenklick

Mit seiner Wahl zum Chef des Aufsichtsrats beim FC Bayern ist Uli Hoeneß nun auch ganz offiziell wieder mächtig wie eh und je - fast 1000 Tage nach seinem Rückzug. "Er ist die Seele des Vereins", sagt Edmund Stoiber.

 

München - An Uli Hoeneß geht beim FC Bayern künftig wieder kein Weg vorbei: Der 65-Jährige ist 73 Tage nach seiner Rückkehr auf den Präsidentenposten am Montagabend auch erneut zum Chef des Aufsichtsrates der FC Bayern AG gewählt worden - und das einstimmig.

Er ist damit wieder Ober-Kontrolleur von Vorstands-Boss Karl-Heinz Rummenigge (61), der das operative Bayern-Geschäft seit Jahren leitet. "Keiner bestreitet, dass Uli Hoeneß die Seele des Vereins ist, er lebt voller Leidenschaft den FC Bayern. Deswegen wird er auch von den Fans und von den Spielern so sehr geschätzt, ja geliebt", betonte der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (75), gleichzeitig Aufsichtsratsmitglied beim FC Bayern, erst unlängst in der AZ.

Wenn Weltklassespieler wie Arjen Robben, Franck Ribéry, Philipp Lahm, Thomas Müller oder Manuel Neuer "auch in schwierigen Zeiten öffentlich zu ihm stehen und ihre Freude über die Rückkehr von Uli Hoeneß zum Ausdruck bringen, ist das etwas Besonderes", äußerte Stoiber. "Die Fans und Mitglieder haben in ihrer überwältigenden Mehrheit immer hinter Hoeneß gestanden, weil sie wissen, was er für den Verein geleistet hat, dass er ihn mit groß gemacht hat."

Als Chef des neunköpfigen Aufsichtsrates hat Hoeneß, der langjährige Manager, auch offiziell wieder größeren Einfluss. Das Gremium segnet als Kontrollinstanz große Transfers ab und ist auch mit der Besetzung des Vorstandes beauftragt. Bereits in seiner ersten Amtsperiode als Präsident von 2009 bis 2014 hatte Hoeneß beide Posten inne.

Während seiner erzwungenen Auszeit aufgrund der Inhaftierung wegen Steuervergehen in Millionenhöhe vertrat Karl Hopfner den gebürtigen Schwaben in beiden Ämtern. Die Wahl von Hoeneß durch das mit einigen Wirtschaftsgranden wie dem ehemaligen VW-Boss Martin Winterkorn oder Ex-Adidas-Chef Herbert Hainer bestückte Kontrollorgan galt als reine Formsache.

"Wenn ich von den Kollegen gebeten werde, werde ich das selbstverständlich machen", hatte Hoeneß bereits nach seiner Rückkehr als Präsident angekündigt. 987 Tage nach dem Rückzug aufgrund seiner Steuersünden und 270 Tage nach seiner Haftentlassung war Hoeneß am 25. November 2016 ins Präsidentenamt zurückgekehrt.

Machtfülle wieder vollständig hergestellt

Er bitte um "eine zweite Chance", wolle "ein Kümmerer" sein, hatte er bei seiner Bewerbungsrede betont, "und ich verspreche ihnen, dass ich alles tun werde, um ihre Erwartungen zu erfüllen."

Nun ist seine Machtfülle wieder vollständig hergestellt. In den Aufsichtsrat begleitet ihn der erste Vizepräsident Dieter Mayer als zweiter Vertreter des FC Bayern e.V.. Ausgeschieden aus dem Aufsichtsrat sind der bisherige Vorsitzende Hopfner sowie Rudi Schels, die beide bei den Präsidiumswahlen im November nicht mehr kandidiert hatten.

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Stoiber begrüßt die Rückkehr von Hoeneß uneingeschränkt. "Das ist gut für den FC Bayern und für Uli Hoeneß. Er bekommt dieses Vertrauen auch, weil er für seinen schweren Fehler glaubwürdig eingestanden ist. Es ist gut, dass in unserer Gesellschaft heute eine zweite Chance selbstverständlicher ist."

Und Stoiber erinnerte an die Verdienste von Hoeneß für den deutschen Renommierklub: "Er hat als junger Manager des FC Bayern in den 80ern den Grundstein für den Weg an die europäische Spitze gelegt. Damals hatte der Verein bei zwölf Millionen Mark Umsatz über acht Millionen DM Schulden. Heute sind wir eine Marke in der Welt wie Real Madrid, Barcelona und Manchester United."

 

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