Aufbruch bei den Münchner Symphonikern Was der neue Chefdirigent Kevin John Edusei plant

Der Dirigent Kevin John Edusei. Foto: ho

Die Münchner Symphoniker, das kleinste Orchester Münchens, stellen ihre Pläne für die künftige Saison vor

 

Unsere Stadt wird bunter. Der neue Chefdirigent der Münchner Symphoniker stammt aus Bielefeld. Und er hat einen ghanaischem Hintergrund. Seine Grossmutter mütterlicherseits arbeitete in ihrer Zeit als Sängerin mit Dirigenten wie Eugen Jochum, Hans Pfitzner und dem langjährigen Gärtnerplatz-Musikchef Kurt Eichhorn. So klein ist die Musikwelt.

Der 37-jährige Edusei, dessen Vertrag vorerst drei Jahre läuft, hat zusammen mit der Intendantin Annette Josef beim kleinsten Münchner Symphonieorchester einiges vor. In der inhaltlich neu aufgestellten Abo-Reihe A im Herkulessaal der Residenz liegt der Schwerpunkt auf Klassik und Romantik.

Für jeden etwas

Das ist nicht neu. Aber die Mischung macht's: In ein Mozart- und Beethoven-Programm ist Georg Anton Bendas Melodram "Medea" eingefügt, das die Schauspielerin Gila von Weitershausen zur Begleitung des Orchesters sprechen wird. In einem weiteren Konzert singt Christoph Pregardien instrumentierte Schubert-Lieder, ein anderes Programm führt den Einfluss von Johann Sebastian Bach auf Robert Schumann vor. Auch neuere Musik streut Edusei vorsichtig ein: Mauricio Kagels "Zehn Märsche, um den Sieg zu verfehlen" dirigiert er vor Haydns "Militärsymphonie" - oder vielleicht sogar zwischen den Sätzen des Klassikers.

Für vorsichtigere Klassik-Einsteiger gibt es die Reihe Philharmonie Extra: Hier spielt das Orchester Verdis "Requiem" mit dem Münchner Motettenchor und dem Münchner Konzertchor, russische Romantik und "Carmina burana". Vor Orff gibt es Bachs Toccata und Fuge d-moll in Leopold Stokowskis effektvoller Instrumentierung, die fast jeder kennt, aber nie im Konzert gespielt wird.

Sichere Basis

Wie bisher fördern die Symphoniker junge Solisten: Geiger wie Ray Chen, Nin Feng, Barnabas Kelemen und Hyeyoon Park debütieren beim Orchester, aufstrebene Pianisten wie Francesco Tristano oder Teo Gheorghiu gastieren. Als erster Gastdirigent bleibt Ken-David Masur erhalten. Und natürlich setzt das Orchester auch die beliebten Live-Aufführungen von Howard Shores Musik zum "Herrn der Ringe" in der Osterzeit fort: 2015 wird es vier Vorstellungen von "Die Rückkehr des Königs" geben.

Finanziell steht das Orchester auf sicheren Füssen. Die 60 Musiker spielen 25 Prozent seines Etats selbst ein. Der Rest kommt vom Freistaat, dem Bezirk Oberbayern und dem Hauptsponsor, der Münchner Stadtsparkasse.

Infos zu Karten und Abos unter Tel. 93 60 93

 

0 Kommentare