Aufbau im Zeitraffer-Video Münchens neuer Christbaum am Marienplatz: Ja, er steht!

, aktualisiert am 12.11.2018 - 19:52 Uhr
Bilder vom Christbaum-Aufbau am Marienplatz: Seit Montagmorgen steht die 30-Meter-Fichte im Herzen der Stadt. Foto: Bernd Wackerbauer

Von "o du schaurige" bis "Hungerfichte": Oft gab es in den letzten Jahren Entsetzen darüber, was am Marienplatz aufgestellt wurde. Doch heuer ist alles anders.

München - Er ist da – der große Christbaum auf dem Marienplatz und, um es gleich vorwegzunehmen: Selbst hartnäckigsten Grantlern kam beim Anblick der stattlichen Fichte gestern nichts wirklich Böses über die Lippen.

Vielleicht lag es am für die Jahreszeit ungewöhnlich schönen Wetter, dass es bloß sonnige Kommentare gab? Vielleicht sorgten auch die vor dem Rathaus verteilten Schmankerl aus der Baumspender-Gemeinde Farchant für Milde? Wer weiß? Fakt ist: Fiese Bewertungen wie "Ekelfichte" oder "zerrupftes Ungeheuer" – wie sie Christbäume in der Vergangenheit regelmäßig bekamen – kommen einem beim Christbaum 2018 in der Tat nicht in den Sinn.

Die 142 Jahre alte, 25 Meter hohe Fichte aus Farchant ist gerade und dicht gewachsen und hat weit ausladende Äste. "Wenn man einen Baum malen sollte, würde er diesem ziemlich nahe kommen", sagte denn auch Stadtrat Manuel Pretzl, der das grüne Geschenk für die Stadt gestern in Empfang nahm: "Was mich auch fasziniert, sind die schönen Tannenzapfen." Von diesen hat der neue Münchner Christbaum unzählige in luftiger Höhe hängen.

Baumbeauftragter Josef Schmid: So kam der Baum zum Marienplatz

Dass diese und der gesamte Baum völlig unbeschadet am Marienplatz ankamen, ist der akribischen Planung und Vorgehensweise des sogenannten "Baumtrupps" aus Farchant zu verdanken. Dieser wurde gegründet, "um einen perfekten Baum für München zu finden und auch anzuliefern", wie Josef Schmid, der offizielle "Baumbeauftragte", der AZ sagte: "Es reicht nicht, dass ein ausgewählter Christbaum im Wald super ausschaut. Er muss auch problemlos zu fällen und ohne Schaden abzutransportieren sein." Nach wochenlanger Suche war die Entscheidung schließlich für eine ziemlich freistehende Fichte gefallen. Dort, auf der "Unteren Viehwiese", wurde der Baum am Samstag nicht nur für seine Bestimmung als Christbaum gefällt. "Er beschattete die Enzianwiesen", so Vize-Tourismus-Leiterin Babsi Schmid: "Damit diese einmaligen Vorkommen nicht gefährdet werden, muss man für Licht sorgen."

Das passiert mit dem Baum nach Weihanchten

Mit vorsichtig weggebundenen Ästen kam die ursprünglich 31 Meter hohe Fichte per Kran auf einen Tieflader. Am Montag in der Früh um 1.30 Uhr ging’s dann mit Polizei-Eskorte nach München. Am Marienplatz übernahm die Münchner Berufsfeuerwehr, die den Christbaum alljährlich im zwei Meter tiefen Bodenloch vor dem Rathaus versenkt und verkeilt. "Die Farchanter hatten perfekt vorgearbeitet", so Klaus Heimlich von der Feuerwehr: "Um exakt 6.29 Uhr stand der Baum." Die Erleichterung sah man nicht zuletzt Farchants Bürgermeister, Martin Wohlketzetter, an. Während anschließend schon die ersten Buden für den Christkindlmarkt angeliefert wurden, bekam der künftige Christbaum bereits seine ersten Lichterketten. Erstmals erstrahlt die Prachtfichte am 27. November bei der Eröffnung des Münchner Christkindlmarkts. Ihre Karriere ist damit übrigens noch nicht beendet: Aus einem schönen Christbaum wird in München auch gern ein Maibaum.

Der AZ-Reporter war vor Ort und hat die Helfer schon seit kurz vor 6 Uhr begleitet – sehen Sie hier den Aufbau des Christbaums im halbminütigen Zeitraffer, gefilmt aus dem Café Glockenspiel!

Lesen Sie hier: So sah der Christbaum am Marienplatz im Jahr 2017 aus


Was die Münchner vom Baum halten


Nadine Statz:  "Der Christbaum sieht dieses Jahr richtig stattlich aus. Er gefällt mir ausgesprochen gut. Doch davon abgesehen kann ein Baum meiner Meinung nach ruhig Ecken und Kanten haben, die die Natur ihm gegeben hat."

Peter Plätzer: "Ich war schon gespannt, wie der Baum vor dem Rathaus heuer aussehen wird. Letztes Jahr war er eher ein großer Besenstiel, jedenfalls nicht grad schön. Heuer finde ich ihn gut. Auch wenn es darauf ankommt, von welcher Seite man ihn anschaut: passt."

Susanne Maurer: "Er ist super! Wenn dann noch die vielen Lämpchen leuchten, wird das ein herrlicher Christbaum sein. Er ist dicht gewachsen, groß und gerade. Besonders gefällt mir, dass oben dieses Mal so viele Tannenzapfen dranhängen. Ein natürlicher Baum."

 

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