Auf eine Maß mit... Travis Rice über die Wiesn: "Eines der Wunder dieser Welt"

, aktualisiert am 26.09.2016 - 20:00 Uhr
Travis Rice auf der Wiesn. Foto: Daniel von Loeper

Der amerikanische Snowboarder Travis Rice besucht zum ersten Mal das Oktoberfest.

 

München - Er gilt als einer der weltbesten Snowboarder, gewann Wettkämpfe wie X Games und Air & Style und ist seit ein paar Jahren auch eine weltweite Marke in Sachen Snowboardfilm. Am Sonntag zeigte der Amerikaner Travis Rice (33) im Deutschen Theater sein neues Werk „The Fourth Phase“, das am 3. Oktober ins Kino kommt. Davor haben wir mit ihm im Käfer-Zelt eine Mass getrunken.

AZ: Mr. Rice, Sie sehen ja brutal zünftig aus: blütenweißes Trachtenhemd, kurze Krachlederne – nur die Baseballkappe passt nicht so ganz...

Travis Rice: Ich liebe dieses Outfit! Es fühlt sich an, als wäre mir das in einem früheren Leben schon mal auf den Leib geschneidert worden. Ich fühle mich total zuhause darin.

Sind Sie zum ersten Mal auf dem Oktoberfest?

Sagen wir mal so: Zum ersten Mal richtig, im Zelt und so. Was ich ja gar nicht glauben kann: Dass die ein so wunderschönes Zelt wie dieses hier ab- und wieder aufbauen können. Das ist für mich eins dieser Mini-Wunder unserer Welt. Das muss doch mindestens ein halbes Jahr dauern!

Eher so zwei Monate. Haben Sie schon viel von der Wiesn gesehen?

Wir sind einmal quer drüber gelaufen. Ich habe gehört es soll ein ziemlich beeindruckendes Gay-Zelt geben.

Ein was?

Ein Gay-Zelt, für Schwule und Lesben. Da soll es recht lustig zugehen.

Lesen Sie hier: Besucher, Alkoholleichen, Ochsen: Die Wiesn-Halbzeitbilanz

Da wissen Sie mehr als ich. Mögen Sie eigentlich Nervenkitzel-Fahrgeschäfte wie Achterbahn oder Skyfall?

Jetzt kommt wieder die Adrenalin-Geschichte! Schauen Sie: Ist es nicht ein Spaß, ab und zu ein wenig Adrenalin in den Adern zu spüren? Ja, ist es. Bei uns Snowboadern gibt es da aber oft eine falsche Wahrnehmung, wenn die Leute unsere Filme sehen. In den späten 90ern galten wir als Adrenalin-Junkies und Snowboarden als Extremsport – was für ein Quatsch.

In diesem Frühjahr sind mit der Schwedin Matilda Rapaport und der Französin Estelle Balet zwei der weltbesten Snowboard-Freeriderinnen in Lawinen ums Leben gekommen, bei Werbeaufnahmen. Ist der Druck der Sponsoren zu groß?

Diese negative Presse über Athleten, die sich in Todesgefahr begeben, ist Bullshit. Wir wollen diese Dinge machen, wir wissen um die Gefahren, wir folgen unserer Intuition, und wir versuchen, die bestmöglichen Entscheidungen zu treffen. Aber der Tod ist nicht real. Wir sind keine Adrenalin-Junkies, aber wir mögen Adrenalin. Wer mag das nicht? Wer mag keinen Orgasmus? Jeder mag einen Orgasmus. Klar gehört auch Aufregung zu dem, was wir tun, aber das Wichtigste ist, eine Idee real werden zu lassen. So wie eben jetzt in unserem neuen Film.

Derzeit sind Sie auf Promotion-Tour für den Film „The Fourth Phase“. Wie sieht Ihr Reiseplan aus?

Die letzten zwei Wochen waren ziemlich verrückt. Los ging’s in Los Angeles, dann ins kanadische Vancouver, weiter nach Sydney und Tokio, dann nach Moskau, Paris, London, Wien, San Sebastian, jetzt München. Ich kenne die Stadt noch von den Air&Style-Wettbewerben und als Startpunkt zu den Contests in den Alpen. Und dann geht’s wieder zurück über den Atlantik: New York, Denver, Wyoming und Aspen in den Rocky Mountains.

Wow, danach sind Sie wahrscheinlich fix und fertig...

Wir sind nie fertig! Dieser Film ist nur das Ende eines Kapitels.

Wie sieht das nächste Kapitel aus?

Diesmal kein neuer Film. Ich werde meine Energie in ein Projekt namens „Supernatural“ stecken, einen Snowboard-Freestyle-Wettkampf, nicht auf einer Schanze oder im eigens präparierten Gelände, sondern tief im kanadischen Backcountry, sozusagen in naturbelassenem Terrain. Daran habe ich vor ein paar Jahren schon mit Red Bull gearbeitet, und das will ich nun wieder richtig angehen – weil ich an das Format glaube.

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Ihren Snowboardkollegen scheint die Blasmusik ganz gut zu gefallen, so wie die hier rumhüpfen...

Der mit dem Schnurrbart da drüben, der so komisch tanzt, das ist unser Editor. In Russland haben wir ihm den Spitznamen Chip gegeben.

Wieso Chip?

Wenn er ein bisschen was getrunken hat, fängt er an zu tanzen – aber wie! Sehr außergewöhnlich! Wie einer von den Chippendales, dieser Stripper-Truppe. Jetzt können Sie verstehen, warum er wie ein Affe tanzt.

 

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