Auf dem Landwirtschaftsfest Für die Oide Wiesn: Die Bauern räumen das Feld

Um die 370 000 Besucher kamen 2012 zum Landwirtschaftsfest. Deshalb will sich der Bayerische Bauernverband auch nicht von der Theresienwiese vertreiben lassen. Vorstellbar sei jedoch, dass der Umfang des Fests in den nächsten Jahren etwas abnimmt. Foto: dpa

Mit dem Festzelt Tradition findet 2016 schon etwas Oide Wiesn auf dem ZLF statt. Nicht ausgeschlossen, dass das in den nächsten Jahren noch mehr wird.

Ludwigsvorstadt - Seit einigen Tagen ist es raus: Auch kommendes Jahr wird es ein bisschen Oide Wiesn geben. Der Bauernverband wird auf dem Zentralen Landwirtschaftsfest (ZLF) etwas Platz freiräumen: Anstelle des Messezelts werden die Wirtefamilien Winklhofer und Wieser ihr Festzelt Tradition aufbauen (AZ berichtete). Anders als bisher werden dann beide Veranstaltungen parallel stattfinden können.

Zu viel mehr als dem einen Zelt wird es aber nicht langen. Landwirtschaftsfest und Oide Wiesn, dafür ist der Platz zu knapp bemessen. „Das lässt sich nicht beides in Reinform machen“, sagt Wiesn-Chef Josef Schmid (CSU). Dass als Dreingabe zum Oktoberfest nun aber auch ein traditionelles Zelt aufgebaut werden kann, hält er für „eine wirklich tolle Lösung“.

Liebhaber der Oidn Wiesn sehen das freilich anders. Denen reicht ein Zelt bei Weitem nicht. Im Internet läuft sogar eine Petition, die eine Verlegung des ZLF auf die Messe in Riem zum Ziel hat. Die hat bislang immerhin gut 750 Unterstützer gefunden – allerdings sind das nicht genug, um Druck aufs Rathaus auszuüben.

Für Wiesn-Chef Schmid kommt ein Umzug des Landwirtschaftsfests ohnehin nicht in Frage. Oktoberfest und ZLF gehörten historisch zusammen. „Wir können die Antwort auf die Petition deshalb schon heute geben“, sagt er.

Auch der Bayerische Bauernverband macht keine Anstalten, sich von der Theresienwiese zurückzuziehen. „Wir machen die Wiesn schließlich noch ein Stück bayerischer“, sagt Verbandspräsident Walter Heidl. Zudem habe das Landwirtschaftsfest 2012 etwa 370 000 Besucher gehabt. Diese Zahl, findet er, sei doch ein gewaltiges Argument für die Existenzberechtigung des ZLF.

Trotzdem ist man beim Bauernverband durchaus offen dafür, in den kommenden Jahren noch ein bisschen mehr Platz freizumachen. Schon für 2016 war neben dem Festzelt auch ein historisches Kinderkarussell in der Diskussion. Da hat die Stadt bislang jedoch nicht mitgezogen.

Etwa 110 000 landwirtschaftliche Betriebe gibt es in Bayern derzeit noch. Aber man kennt die Lage der Branche: Nachwuchsmangel, Höfesterben. Womöglich werde man auf dem ZLF irgendwann nicht mehr alle Hallen brauchen, heißt es beim Bauernverband. Dann wäre auf der Theresienwiese vielleicht alles zugleich möglich: Oktoberfest, ZLF und Oide Wiesn.

 

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