Auch Münchner Bürgermeister dabei Facebook: Wieso 24.000 Deutschen ISIS gefällt

Josef Schmid: Münchens Bürgermeister wurde, wie rund 24.000 andere Personen, ungewollt zum ISIS-Sympathisant. Foto: az

Facebook bringt derzeit einige Deutsche in Erklärungsnot: Rund 24.000 Personen gefällt angeblich eine Seite zum Thema "ISIS". Doch bevor Sie jetzt Freundschaften aufkündigen, sollten Sie wissen, dass die Betroffenen gar nichts dafür können.

München – Nach den furchtbaren Anschlägen von Paris stellte Münchens Bürgermeister Josef Schmid wie Millionen andere Facebook-Nutzer auch sein Profilbild um: Als Zeichen der Solidarität wird es nun mit der Französischen Flagge überlagert. Da passt es eigentlich nicht ins Bild, dass Schmid zu den derzeit 23.972 Personen gehört, die bei Facebook eine ISIS-Seite mit "gefällt mir" markiert haben.

Den Grund für diesen offensichtlichen Widerspruch findet man in einem unauffälligen Kasten am rechten Bildrand. Dort erklärt Facebook: "Diese Seite wurde automatisch anhand der Interessen der Facebook-Nutzer generiert und ist mit keiner Person im Zusammenhang mit diesem Thema verknüpft oder deren Eigentum."

Oder etwas einfacher ausgedrückt: Der Algorithmus von Facebook hat einfach die Postings der Nutzer analysiert und allen, die öfters etwas zum Thema IS(IS) gepostet haben, ein "Like" für diese Seite verpasst.

Gefragt wurden die Nutzer vorher nicht – und so geraten sie nun ohne eigenes Zutun plötzlich in Verruf. Wie es zu so einer grotesken Fehl-Zuordnung kommen konnte ist derzeit noch unklar. Bislang hat Facebook zu dem Problem noch nicht Stellung bezogen.

Ob auch Sie oder Bekannte von Ihnen betroffen sind, können Sie einfach selbst überprüfen, indem Sie bei Facebook nach "ISIS" suchen und dann den ersten Treffer, die Seite "ISIS الدولة الإسلامية" anklicken.

 

0 Kommentare

Kommentieren

  1. null