Auch der FC Bayern ist Kunde Personaltrainer und Konditor entwickeln Bio-Fitnessriegel

, aktualisiert am 30.08.2016 - 10:11 Uhr
Die Müsli-Männer: Bäcker Georg Valtl und Fitnesstrainer Michael Limmer haben einen Bio-Fitnessriegel entwickelt. Foto: Petra Schramek

Weil sie genug vom künstlichen Protein-Wahn haben, entwickeln ein Bäckermeister und ein Personal Trainer einen Bio-Fitnessriegel, der auch dem FC Bayern schmeckt.

 

München - Nach einem nebligen Morgen hat sich die Mittagssonne schließlich doch noch in den Englischen Garten getraut, in dem wie an fast jedem Tag die Jogger ihre Runden drehen. Schließlich ist es wohl einer der schönsten Orte in München, um die eigene Fitness zu verbessern – und um darüber zu sprechen.

Keine Chemie, sondern nur Natürliches

Das wollen Personal Trainer Michael Limmer (26) und der gelernte Bäcker- und Konditormeister Georg Valtl (53) nur allzu gerne – denn sie haben vor über zwei Jahren eine Fitnessriegel-Serie auf den Markt gebracht, mit der die Leistungsfähigkeit von Sportlern gesteigert werden soll. Und das ausschließlich mit natürlichen Zutaten. „Es gibt in der Fitness-Branche unheimlich viel künstliches Zeug. Der große Vorteil von den Riegeln, die Georg entwickelt hat, ist, dass sie zu 100 Prozent Bio ist. Sie sind also wirklich gesund und leistungsfördernd, im Gegensatz zu vielen anderen Produkten auf dem Markt“, sagt Limmer. Etwa 2000 Stück pro Monat produziert ihre Firma „Vispo aktiv“ mittlerweile in der Oberpfalz. Ein Fitness-Trainer und ein Konditormeister – auf den ersten Blick passt das nicht so recht zusammen. Doch Georg Valtl experimentiert schon früh in seiner Bäckerei in Niederbayern mit Zutaten für Sport- und Müsliriegel. Als er vor gut zwei Jahren mit Michael Limmer in Kontakt kommt, der für seinen Münchner Kundenstamm immer neue Wege der schnellen und trotzdem gesunden Ernährung sucht, stellen beide fest: Jahrelang wohnen sie praktisch nebenan, ohne sich zu kennen, Limmer in Dingolfing, Valtl nur wenige Kilometer entfernt in Loiching. Das soll sich ändern.

Das Konzept ist bald entwickelt: drei Riegel, einer vor, einer während und einer nach dem Sport. Die Basis ist Honig, der natürliche Süße gibt. „Außerdem ist es ein Einfachzucker, der schnelle Energie bringt“, sagt Valtl. Dazu kommen Nüsse, Körner und Früchte. Der „Während“- und „Nach“-Riegel sind laktosefrei, im Online-Shop zahlt man pro Stück 1,99 Euro. Im Riegel, den man vor dem Sport einnehmen soll, sind außerdem Koffein und Guarana enthalten. Das bereitete Valtl die größten Probleme: „Wenn man in so einen Riegel 100 Milligramm Koffein reintut und dazu noch Guarana, hat das zusammen einen Koffeingehalt von drei Tassen Kaffee. Auf einem 40 Gramm Riegel ist das schwierig zu gestalten. Er muss genießbar sein und trotzdem seine Wirkung nicht verlieren.“ Valtl benutzt dafür Mandeln und Cranberrys, die auch im zweiten Riegel verarbeitet sind. Im „Nach dem Sport“-Riegel sind Bananen, Datteln und Pfirsiche. Diese getrockneten Früchte enthalten viele Kohlenhydrate und Vitamin C, „was der Trägerstoff für das Protein ist und es schneller in die Blutbahn gelangen lässt“, erklärt Valtl. Die Cranberrys hätten außerdem einen hohen Magnesiumgehalt. Das Magnesium sorgt dafür, dass der Muskelkater reduziert wird.

Der Fitnessriegel der beiden Münchner Foto: Petra Schramek

Man merkt schnell: Der Bäckermeister kennt sich aus. 14 Jahre führte er seinen eigenen Laden und bildete sich zusätzlich zum Herz-Kreislauf-Präventionstrainer weiter. Dann zwang ihn eine schwere Krankheit, sich noch mehr mit gesunder, sauberer Ernährung ohne Zusatzstoffe auseinanderzusetzen – seine Bäckerei in Loiching musste er aufgeben. Die Entwicklung der Fitness-Riegel kam für ihn genau zur richtigen Zeit: Es war eine zweite Chance, nach der Schließung im Berufsleben neu Fuß zu fassen.

Ein Ersatz für gesunde Ernährung können die Riegel nicht sein

Heute ist er Geschäftsführer von „Vispo aktiv“. Der Kundenstamm kann sich sehen lassen: Die Firma beliefert die Fußball-Profis des FC Bayern und auch die Basketballer, das Nachwuchs-Leistungszentrum des Bayerischen Fußballverbands, zahlreiche Fitnessstudios und Sportfachgeschäfte in München und Umgebung. Natürlich trägt Fitness-Trainer Limmer den Wunderriegel auch an seine Kunden, zu denen Profi-Fußballer wie Marco Holz, aber auch Promis wie Patrick Lindner gehören.

Mittlerweile gibt es die Riegel auch in gehobenen Supermarktketten, denn sie sollen auch Freizeitsportlern beim Training helfen. Natürlich könnte man theoretisch die einzelnen Zutaten auch in anderer Form zu sich nehmen, räumt Limmer ein. Aber es sei für viele schwierig, eine ausgewogene, leistungsfördernde Ernährung in den Alltag zu integrieren. „Die Riegel kann man kann schnell in die Sporttasche schmeißen. Wenn man da eine Tüte Cranberrys, eine Tüte Nüsse, eine Tüte Mandeln und Honig reinlegen wollte, wäre es schon schwieriger“, so Limmer.

Ein Ersatz für Grundmahlzeiten und eine ausgewogene Ernährung können sie natürlich nicht sein, da sind sich die beiden Bio-Fitnessriegel-Pioniere, wie in so vielem, einig. Deshalb kann Limmer auch für beide sprechen, wenn es um die Zukunft geht: „Wir machen schnelle und gute Schritte vorwärts, aber wir sind natürlich noch nicht am Ziel.“ Vor Kurzem hatten die beiden eine Präsentation für den Bio-Fachhandel – mit positiver Resonanz. Vielleicht gibt es die Bio-Riegel also bald auch im Bio-Fachmarkt.

 

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