Asamstraße 19 Jugendstilbau in der Au: Dieses Haus sprengt den Preisrekord

Das Haus an der Asamstraße 19 ist teuer verkauft worden. Foto: Rufus46/https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/legalcode

Der Jugendstilbau wird für das 54-fache der Jahresmieteinnahmen verkauft. Für die Verkäufer ist das "ein nachhaltiges Investment".

 

München-Au - Fünf Geschosse, Stuck, ein übergiebelter Mittelerker, ein schmucker Jugendstilbau aus dem Jahr 1906. Man kann schlechter wohnen als in der Asamstraße 19 mit insgesamt 1.500 Quadratmetern Wohnfläche.

Doch das Haus hat einen hohen Preis. Einen sehr hohen Preis. Nur "ausgewählten Interessenten" wird das Gebäude angeboten. Das denkmalgeschützte Jugendstilhaus ist gerade für einen rekordverdächtigen Preis von einem Besitzer zum nächsten gegangen. Wie hoch dieser ist, darüber schweigt man freilich still bei einem Verkauf, der unter "Secret-Sale", also "geheimen Verkauf" läuft, so der Jargon im Immobiliengewerbe.

Asamstraße 19: "Einzigartigkeit und Exklusivität"

Will heißen: Das Gebäude war nie öffentlich zum Verkauf ausgeschrieben, stattdessen bot die Immobilienfirma, in diesem Fall die Aigner Immobilien, das historische Gebäude "nur ausgewählten und geprüften Interessenten" an. Der Verzicht auf eine öffentliche Vermarktung unterstreiche die "Einzigartigkeit und Exklusivität", meldet Aigner. (Lesen Sie hier: In Trudering - ein neues Viertel für 30.000 Bewohner)

Wer also das Mehrfamilienhaus gekauft hat und für wie viel, das bleibt wohl unter dem Deckmäntelchen geldiger Verschwiegenheit. Einen Faktor hat die Aigner Immobilien jedoch selbst publik gemacht – in einer durchaus stolz klingenden Pressemitteilung: "In nur fünf Monaten hat Aigner Immobilien ein Jugendstil-Mehrfamilienhaus im Stadtteil Au zu einem Spitzenpreis verkauft", so die Immobilienfirma. Und weiter: "Für das Mietshaus in sehr guter Lage aus dem Jahr 1906 wurde ein 54-facher Kaufpreisfaktor erzielt."

Asamstraße 19: "Gewinnbringendes und nachhaltiges Investment"

Will heißen: Das Haus kostete 54 mal so viel wie das, was der neue Eigentümer im ersten vollen Jahr an Nettomieteinnahmen erwarten kann. In der Immobilienbranche geht man in guten Lagen von einem Faktor 25 aus. In unattraktiven von Faktoren um die zehn oder sogar darunter.

Aber in München ist inzwischen alles ganz anders. Und selbst dieser hohe Preis hat den Käufer offensichtlich nicht abgeschreckt. Wie Aigner Immobilien schreibt, sei das Ganze ein "gewinnbringendes und nachhaltiges Investment". Nicht zuletzt dadurch, dass der "Gebäudezustand sehr gut" sei und es "die Möglichkeit künftiger Mietanpassungen" gebe. Gut, dass wenigsten die Fassade "preisgekrönt" ist, wie es in der Pressemitteilung heißt.

Denn die meisten Münchner werden diese neue Luxusimmobilie ohnehin nur von außen betrachten können. Um einen eigenen Wohnungsschlüssel zu ergattern, dafür fehlt den allermeisten nun wohl erst recht das nötige Kleingeld.

 

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