Armin Hary (82) vor Gericht München: Deutsche Sprint-Legende streitet um Da-Vinci-Gemälde

Sprint-Legende Armin Hary streitet seit Jahrzehnten mit einem Galeristen um die Verkündigungsmadonna (Abbildung), die von Da-Vinci stammen soll. Foto: Britta Schultejans/dpa

Der deutsche Ex-Sprint-Star Armin Hary (82) und ein Galerist streiten seit Jahrzehnten um eine Madonnen-Darstellung, die angeblich von Leonardo da Vinci (1452 - 1519) stammen soll.

 

München - Im Dauerstreit zwischen dem Ex-Sport-Star Armin Hary (82) und einem Galeristen um ein angebliches Leonardo-Gemälde hat das Gericht eine letzte Frist für einen Vergleich eingeräumt. Die Kontrahenten hätten noch bis zu diesem Freitag Zeit, einen Kompromiss zu finden, sagte eine Sprecherin des Oberlandesgerichtes (OLG) am Montag.

Gemälde "Verkündigungsmadonna" soll von Da Vinci stammen

Sollte es bis dahin keine Einigung geben, wird voraussichtlich ein Termin für die Beweisaufnahme angesetzt. Dann geht an einem Urteil wohl kein Weg mehr vorbei. "Dann heißt es: hopp oder topp", sagte die Vorsitzende Richterin in der mündlichen Verhandlung. "Ganz oder gar nicht."

Der frühere Sprinter und Weltrekordhalter über 100 Meter, Hary, streitet seit Jahrzehnten mit dem Galeristen um das Gemälde. Hintergrund sind alte Schulden, die der Galerist bei Hary haben soll. Dieser bestreitet jedoch vehement, dass Hary einen Anspruch auf die "Verkündigungsmadonna" hat, bei der es sich seiner Überzeugung nach um einen echten Leonardo da Vinci handelt und die darum viele Millionen wert sein soll.

Langericht Ingolstadt gibt Armin Hary Recht

Das Landgericht Ingolstadt hatte Hary Recht gegeben. Dagegen legte der Galerist Rechtsmittel ein. Seit Beginn der Berufungsverhandlung im Oktober 2018 appelliert das Gericht immer wieder an die betagten Streithähne, sich zu einigen.

"Man fragt sich: Wo wollen Sie denn noch hin?", sagte die Richterin mit dem Hinweis auf das vorgerückte Alter der beiden Herren. Es wäre doch "sinnvoll, einen Schlussstrich zu ziehen unter diesen jahrzehntelangen Streit und dieses Bild in die Welt zu entlassen".

Richterin will Schlussstrich unter jahrzehntelangen Streit ziehen

Ursprünglich hatte die Richterin den Prozessparteien rund anderthalb Stunden eingeräumt, um noch einmal zu versuchen, einen Vergleich auszuhandeln. Schließlich wurde die Frist auf einige Tage bis zum Freitag ausgeweitet – aber dann soll wirklich Schluss sein. "Es soll auch irgendwann mal weitergehen."

 

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