Anwohner stellen Alternative vor Nach Protesten: Plant Bahn bei Daglfinger Kurve um?

Die DB Netz AG will eine direkte Verbindung für den schienengebundenen Güterverkehr zum Brenner und anderen europaweiten Strecken schaffen. Foto: Thomas Frey/dpa

Die DB Netz AG will eine direkte Verbindung für den schienengebundenen Güterverkehr zum Brenner und anderen europaweiten Strecken schaffen. Nach Protesten von Anwohnern werden nun auch alternative Trassen untersucht.

 

Trudering - Wie berichtet, plant die DB Netz AG, durch den Bau der Daglfinger und Truderinger Kurve eine direkte Verbindung für den schienengebundenen Güterverkehr zum Brenner und anderen europaweiten Strecken zu schaffen.

Die Menschen, die entlang der Gleise wohnen, würde das Lebensqualität kosten. Sie haben einen Vorschlag für die Streckenführung entwickelt, der nur unbebaute Flächen tangiert. Die Bahn kündigt nun eine Machbarkeitsstudie für zwei alternative Trassen an, die der Bürger ist allerdings nicht dabei.

Anwohner stellen Strecken-Alternative vor

Peter Brück wohnt in der Siedlung am Karl-Breu-Weg, an der ein Gütergleis vorbeiführt, auf dem Züge mit 30 km/h fahren dürfen. Setzt die Bahn ihre Pläne um und baut die Strecke zweigleisig aus, werden laut Prognose zwanzig Meter neben der Siedlung 139 Züge täglich mit 100 km/h vorbeirauschen. Für Brück und seine Nachbarn ist klar, der Güterverkehr muss auf die Schiene.

Dass aber die künftige Magistrale direkt durch bebautes Gebiet führen soll, sehen sie nicht ein. Ihre Strecken-Alternative über freie Flächen stellten sie nicht nur der DB Netz AG vor, sondern auch politischen Entscheidungsträgern.

DB: "Projektleitung vertieft Untersuchungen"

"Um eine gute Vergleichbarkeit zwischen DB-Variante und dem Vorschlag der Bürger herzustellen, vertieft die Projektleitung die Untersuchungen", heißt es in einer Presseerklärung der Bahn vom Mittwoch.

Wird nun alles gut? Es sind wohl eher ein paar Nebelkerzen, welche die Bahn angesichts des politischen Drucks gezündet hat. Prüfen lassen will sie nicht den Bürgervorschlag, sondern zwei "von der DB Netz AG entwickelte Alternativvarianten". Erste Ergebnisse sollen Anfang 2020 vorliegen, das Gesamtprojekt verzögert sich um etwa ein Jahr.

Politiker setzen sich für Anwohner ein

"Der Druck auf die Bahn durch diverse politische Ebenen" habe wohl das Einlenken bewirkt, heißt es aus dem Büro von CSU-Generalsekretär Markus Blume.

Nicht nur Blume habe sich für die Bürger eingesetzt, sondern auch der SPD-Verkehrsexperte Martin Burkert (MdB), Wolfgang Stefinger (MdB, CSU) und die Münchner SPD-Chefin Claudia Tausend, die ebenfalls im Bundestag sitzt"denn die Pläne der Bürger sprechen für sich".

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