Anwohner contra Industrialisierung der Landwirtschaft Den Niedersüßbachern stinkt's gewaltig

, aktualisiert am 05.11.2018 - 17:22 Uhr
Der Mais ist längst abgeerntet - wenn es nach der Antragstellerin geht, entsteht hier bald ein Mastschweinestall. Foto: fp

Die Anwohner wollen den Bau einer Stallung für 1500 Schweindl verhindern

Landshut - Knapp 400 Schweine fassen die beiden Ställe auf dem Hof der Familie Kindsmüller in Abraham. Die sollen jetzt stillgelegt werden und einem großen Mastschweinestall mit Platz für 1 490 Tiere weichen. Den Anwohnern stinkt das schon jetzt: 73 Unterschriften zählt eine Petition der Dorfgemeinschaft Niedersüßbach an den Bayerischen Landtag.


Zur Wehr setzen wollen sie sich nicht nur gegen den Schweinestall, sondern gegen die Gesetzeslage, die solche Anlagen erst ermöglicht: Grundwasserbelastung, Geruchsentwicklung, Gülleausbringung, Lärmbelästigung - die Liste der Einwände der Niedersüßbacher Anwohner gegen das Bauvorhaben ist lang.

Zwar hat der Obersüßbacher Gemeinderat sich zum wiederholten Mal gegen den Bau des Mastschweinestalls ausgesprochen, genehmigende Behörde ist jedoch das Landratsamt, das landwirtschaftliche Bauvorhaben privilegiert behandeln muss. : "Für die Antragstellerin bestünde nach der Beteiligung verschiedener Fachstellen wie dem Wasserwirtschaftsamt, dem Amt für Landwirtschaft oder dem Bauernverband ein Anspruch auf Genehmigung der Stallung", bestätigt Carina Weinzierl, Pressesprecherin am Landratsamt Landshut. Vorab hat die Antragstellerin allerdings technische Nachweise zu liefern: Ohne eine entsprechende Statik gebe es keine Genehmigung.


Für Anwohner Ferdinand Leinweber liegt der Hund ganz wo anders begraben: "Wir sind gegen eine weitere Industrialisierung der Landwirtschaft und für mehr Tierwohl." Auch seine Frau spricht sich gegen ein "Wettrüsten" aus. "Jeder soll machen, was er darf - jedoch nicht auf Kosten der Bevölkerung", fasst Gemeinderat Helmut Liewald zusammen, warum ihm die aktuelle Gesetzeslage gegen den Strich geht.

Nachdem die Unterschriftenliste dem Landtag übergeben wurde, heißt es nun warten. Carina Weinzierl: "Das Landratsamt muss die Entscheidung des Petitionsausschusses abwarten, ehe es das Verfahren fortsetzen kann."

 

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