Ein Münchner Start-up entwickelt ein Auto, das sich über Solarzellen auflädt und relativ günstig zu haben ist. Sein Name ist "Sion".

München - Ein Elektroauto, das keine Steckdose braucht, weil es seinen benötigten Strom selbst aus der Energie der Sonne gewinnt, das wär doch mal was.

Das Modell, das diese Vision der umweltfreundlichen Fortbewegung verwirklichen soll, wurde in München entwickelt – und heißt "Sion". Aktuell läuft die Reservierungsphase für das Fahrzeug, bevor ab Ende des Jahres 2019 die ersten Elektroautos mit ringsherum eingebauten Solarzellen ausgeliefert werden.

Der Grundgedanke des Konzepts von "Sono Motors", ein umweltfreundliches Elektroauto zu entwickeln, entstand bereits 2012. Die Gründer Laurin Hahn und Jona Christians kennen sich noch aus der Schule und starteten das, was heute das Start-up-Unternehmen "Sono Motors" ist, als echtes Garagenprojekt.

"Sono Motors": 2016 gegründetes Start-up

Ein Fahrzeug, das sie umbauten, indem sie den Verbrennungs- durch einen Elektromotor austauschen, erhielt sogar eine Straßenzulassung. Der Gedanke, der von Anfang an über allem thront, ist der Schutz des Planeten, das Wegkommen von fossilen Brennstoffen und der Ressourcenverschwendung.


Der "Sion" kann andere E-Autos aufladen. Foto: Sono Motors

Offiziell gegründet wurde das Münchner Start-up dann im Jahr 2016. Heute beschäftigt es circa 70 Mitarbeiter. Crowdfunding (Schwarmfinanzierung) und Crowdinvesting (geringe Investitionen vieler Anleger) machten den Aufschwung möglich. "Wir empfinden uns als innovativer Mobilitätsdienstleister, der in jeder Hinsicht andere Wege geht als etablierte Automobil-Hersteller", beschreibt Alexa Rauscher, Sprecherin von "Sono Motors", das Konzept und die Einstellung des Teams, das seit der Gründung stetig wächst.

Das Unternehmen bringt ein Fahrzeug ohne Sonderwunsch-Option auf den Markt – den "Sion". Der Umweltschutz steht im Vordergrund, bei der Nutzung des Autos, aber auch in der Produktion. Denn "alle CO2-Emissionen, die im Zuge der Produktion des Sion entstehen, werden von uns kompensiert, indem wir in Zusammenarbeit mit einem Dienstleister in zertifizierte Klimaschutzprojekte investieren", sagt Rauscher.

Stehendes Auto lädt sich auf 

Der Wagen selbst fährt rein elektrisch. Besonders daran ist, dass er sich seinen Strom zum Fahren durch Solarzellen selbst generiert, die in die Karosserie eingebaut sind. So lassen sich am Tag bis zu 30 Kilometer durch den selbst erzeugten Strom zurücklegen, im Jahresmittel also etwa 15 Kilometer täglich. "Ziel der Solarintegration ist, alltägliche Strecken - wie etwa der Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen - rein durch die Energie der Sonne bewältigen zu können. Das Fahrzeug soll dabei erschwinglich bleiben", sagt Rauscher.

Die Solarzellen sind mit sogenanntem Polycarbonat beschichtet, damit durch typische Parkrempler oder auch Hagel kein Schaden an ihnen entsteht. "Wenn das Auto nicht bewegt wird, kann die Solarenergie in der Batterie gespeichert werden, sodass sich das Fahrzeug selbst laden kann" erklärt Rauscher. Die Batterie speichere genug Energie, um rund 250 Kilometer zurückzulegen.

Außerdem soll es die Möglichkeit geben, andere Personen ihr Fahrzeug am "Sion" laden zu lassen, wenn der Besitzer dies freigibt. Ein Alleinstellungsmerkmal des "Sion". Dies wird als Powersharing bezeichnet. "Durch die Integration von Car- und Ridesharing-Diensten können unsere Fahrzeuge und somit auch der vorhandene Platz in unseren Innenstädten effizienter genutzt werden", sagt die Sprecherin von "Sono Motors".

Ein Testfahrzeug rollt aktuell durch Deutschland und Europa. Ab Mitte Oktober ist es wieder in München. Dann kann man sich den "Sion" in der Stadt anschauen oder an einer Probefahrt teilnehmen. Der Kaufpreis liegt bei 16.000 Euro exklusive der Batterie. Diese kostet aktuell um die 4.000 Euro, was, bis die Auslieferung startet, noch leicht variieren kann. Aktuell sind bereits über 7.100 Exemplare des "Sion" reserviert.