Antrag auf Freigang Uli Hoeneß bald frei: Im September schon raus aus Knast?

Uli Hoeneß: Kommt er im Septmener schon als Freigänger raus aus dem Knast? Foto: Feindt/dpa

Der wegen Steuerhinterziehung verurteilte Ex-Bayern-Präsident Uli Hoeneß ist womöglich schon in zwei Monaten Freigänger. Wie Bild am Sonntag berichtet, bereiten seine Anwälte Anträge vor.

 

Landsberg - Es ist etwas ruhiger geworden um Uli Hoeneß. Anfang Juni hatte der Ex-Präsident des FC Bayern seine Haftstrafe in Landsberg am Lech angetreten. Still und heimlich, an den Kameras vorbei, war er in einer silbernen Limousine durch einen Seiteneingang in die JVA eingefahren. Zu Dreieinhalb Jahren Haft war Hoeneß verurteilt worden. Wie Bild am Sonntag jetzt berichtet, könnte der Hoeneß aber schon in zwei Monaten als Freigänger den Knast verlassen - müsste dann nur abends zum Schlafen einrücken.

Wie kann das funktionieren? Laut Bild-Bericht sollen die Hoeneß-Anwälte bereits mehrere Gespräche in diese Richtung mit dem Gericht geführt haben, entsprechende Anträge sind in der Vorbereitung. Normalerweise kann eine Haftstrafe frühestens erst zur Bewährung ausgesetzt werden, wenn die Hälfte der Knast-Zeit abgesessen ist. Das große ABER: 18 Monate vor dieser Freilassung kann der Sträfling auf Freigang hoffen.

"Das bedeutet: Hoeneß könnte schon in sieben Wochen tagsüber arbeiten und müsste nur zum Schlafen ins Gefängnis", berichtet Bild. Arbeiten könnte Hoeneß übrigens sogar wieder direkt beim FC Bayern. Denn es gibt keine Vorschriften, wo der Sträfling seinen Dienst antritt.

Vor seinem Haftantritt gab es Spekulationen, ob Uli Hoeneß gar auf einen Antrag auf Freigang verzichtet. Es gab immer wieder Berichte über einen sogenannten Promi-Bonus im Knast und eventuelle "Bevorzugte Behandlung" des prominten Gefangenen. Der NRW-Justizminister sprach im Zusammenhang mit dem recht späten Haftantritt des Ex-Bayern-Präsidenten von einer "Extra-Wurst" für Hoeneß.

Hoeneß war juristisch gegen die Verbüßung der Haft im Gefängnis von Landsberg am Lech vorgegangen. Er sah seine Privatsphäre verletzt, weil die Justiz Ende März mehr als 150 Journalisten das dortige Gefängnis gezeigt und sogar Haftzellen geöffnet hatte. Außerdem befürchtete der prominente Gefangene, dass Mithäftlinge oder Justizbeamte Details vom Alltag hinter Mauern des ehemals wohl mächtigsten Mannes im deutschen Fußball ausplaudern könnten. Der Antrag von Hoeneß auf Absitzen der Haftstrafe in einem anderen Gefängnis wurde aber offensichtlich abgewiesen.

Den Medientermin in Landsberg hatte auch Ministerpräsident Horst Seehofer mit Verweis auf die Privatsphäre von Hoeneß kritisiert und dafür seinen Justizminister Winfried Bausback (beide CSU) gerüffelt.

Mitte Mai wurde bekannt, dass ein ehemaliger Häftling Hoeneß zu erpressen versuchte. Der Mann hatte dem 62-Jährigen mit Problemen im Gefängnis gedroht. Bei der geplanten Geldübergabe wurde er gefasst.

 

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