Anti-Pegida-Demo Kundgebung: 20 000 Münchner vor Staatsoper

Der Max-Joseph-Platz ist voll: Tausende Münchner versammeln sich vor der Staatsoper zur Kundgebung gegen die Pegida-Bewegung. Foto: Daniel von Loeper

Tausende Münchner setzen am Montagabend ein Zeichen und versammeln sich unter dem Motto „Platz Da?! Flüchtlinge sind hier willkommen – gemeinsam gegen Pegida, Rassismus und Hetze“ auf dem Max-Joseph-Platz vor der Staatsoper.

 

München - Mehrere 1000 Menschen - die Polizei sprach von mindestens 12 000 Teilnehmern, die Veranstalter von 25.000 - haben am Montagabend in München gegen die antiislamische "Pegida"-Bewegung demonstriert. Zu der Kundgebung auf dem Max-Joseph-Platz direkt vor der Staatsoper hatte das „Bündnis Bellevue die Monaco“, in dem unter anderem die Aktionskünstler „Goldgrund“ und der Bayerische Flüchtlingsrat vertreten sind, aufgerufen. Unterstützt wird die Veranstaltung von mehr als 60 Gruppen und Organisationen – darunter auch der Abendzeitung.

"Diese Demonstration heute Abend zeigt München von seiner besten Seite: Hier stehen tausende Menschen gemeinsam auf gegen Rassismus und Ausgrenzung", sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter. "Bei uns ist Platz für Menschen verschiedener Hautfarbe, Herkunft oder Muttersprache!", betonte Reiter. "Und: bei uns ist auch Platz für alle Religionen und Gläubige: Für die, die freitags in die Moschee gehen; die, die samstags in die Synagoge gehen; die, die sonntags in die Kirche gehen, aber auch für die, die einfach nur daheim bleiben wollen."

„Wir sind die friedliche Mitte der Gesellschaft. Nicht Pegida“, sagte Mitveranstalter und Kleinkunst-König Till Hofmann. „Wir finden es unerträglich, dass diese Bewegung den Slogan der Revolution von 1989 ,Wir sind das Volk’ kapert. Wir leben in einer offenen, pluralistischen und demokratischen Gesellschaft. Das soll so bleiben.“

An einem anderen Platz in München hatten sich laut Polizeiangaben rund 20 "Pegida"-Anhänger zusammengefunden. Ihnen standen rund 200 Gegendemonstranten gegenüber.

Mit der Kundgebung wolle man sich stark für Vielfalt und Respekt machen. Für Verantwortung und Gerechtigkeit. „Und dafür, dass Flüchtlinge erst mal als Menschen in Not wahrgenommen werden und nicht als Sozialschmarotzer, potenzielle Verbrecher und Problemfälle. Wir stehen für ein friedliches Nebeneinander der Religionen in einer säkularen Gesellschaft. Wir stellen uns vehement gegen die Diffamierung einzelner Bevölkerungsgruppen. Seien es Muslime, Flüchtlinge oder andere Minderheiten.“

Eine Ansage, die ein breites gesellschaftliches Spektrum überzeugt : von Oberbürgermeister Dieter Reiter über Liedermacher Konstantin Wecker bis zum Chor der Staatsoper, von Bands wie den Sportfreunden Stiller, Notwist oder Koflgrschoa bis zu Kabarettisten wie Christian Springer, Max Uthoff und Claus von Wagner, vom Imam Benjamin Idriz bis zu Pfarrer Rainer Schießler und zahlreichen Vertretern von Flüchtlingsorganisationen, die alle auf dem Podium mit dabei sein werden.

„Hier im wohlhabenden München gibt es eben sehr viele Menschen, die sich unsere offene, menschenfreundliche und zugewandte Gesellschaft nicht nehmen lassen wollen“, so die Veranstalter.

Auch in Würzburg wurde mit Fahnen und Trillerpfeifen gegen "Pegida"-Auftritte und "für ein buntes und weltoffenes Würzburg demonstriert. An der Abschlusskundgebung nahmen laut Polizei rund 700 friedliche Teilnehmer teil. Wenig später zogen rund 200 "Pegida"-Anhänger durch die Stadt, wie die Polizei weiter berichtete. Mehrere 100 Gegendemonstranten waren vor Ort, es kam zu lautstarken Protesten.

 

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