Anschlag auf Gas-Fabrik Terror in Frankreich: Mann enthauptet

Tatort-Ermittler haben einen Sichtschutz um den abgetrennten Kopf des enthaupteten Mannes aufgebaut. Foto: dpa

Anschlag auf eine Fabrik nahe der französischen Stadt Lyon: Laut Medienberichten soll es mindestens eine starke Explosion gegeben haben. Neben einem Körper ohne Kopf wurde eine IS-Flagge gefunden.

 

Lyon – Offenbar ereignete sich der Anschlag kurz vor 10 Uhr am Freitagmorgen in dem Städtchen Saint-Quentin-Fallavier nahe Lyon. Bei dem Gebäude handelt es sich um eine Gas-Fabrik des Unternehmens Air Products.

Augenzeugen berichten von zwei Attentätern, die mit einem Auto in das Fabrikgelände eindrangen und dort mehrere Gasflaschen zur Explosion brachten. Dabei wurden zwei Mitarbeiter der Firma verletzt, der Versuch, dadurch die großen Gastanks der Fabrik in die Luft zu jagen, misslang jedoch.

Mann enthauptet, Leiche geschändet

Zuvor sollen die Attentäter einen Mann enthauptet haben. Der abgetrennte Kopf wurde anschließend offenbar mit arabischen Inschriften versehen und an einem Zaun aufgehängt. Neben der enthaupteten Leiche wurde zudem eine Islamisten-Flagge gefunden. Das Opfer soll ein 35-jähriger Kurierfahrer sein, der eine Sendung zu der Fabrik gebracht hatte.

Zweiter Täter offenbar gefasst

Antiterror-Einheiten konnten einen der Attentäter unmittelbar nach dem Anschlag festnehmen. Er verweigert bislang die Aussage, konnte aber mittlerweile identifiziert werden. Innenminister Bernard Cazeneuve sagte, der mutmaßliche Attentäter stehe in Verbindung mit salafistischen Organisationen. Die Behörden seien bereits 2006 auf den 35-jährigen Yassine S. wegen radikaler Tendenzen aufmerksam geworden.

Nach dem zweiten Attentäter wurde nach der Tat fieberhaft gefahndet. In der Region um den Anschlagsort wurden massive Fahrzeugkontrollen durchgeführt, zudem kreiste ein Polizeihubschrauber über dem Gebiet. Inzwischen vermelden französische Medien jedoch, dass auch der zweite Attentäter gefasst werden konnte. Es handele sich um den Fahrer des Wagens, mit dem die Täter in das Gelände der Fabrik eindrangen.

Die Mitarbeiter des Unternehmens wurden in einer nahegelegenen Mehrzweckhalle untergebracht und werden dort von Ersthelfern versorgt.

De Maizière: "erstzunehmenden Bedrohungslage"

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat sich nach dem Anschlag in Frankreich besorgt gezeigt. «Das ist etwas, was uns besonders bewegt», sagte de Maizière am Freitag nach der Konferenz der Innenminister von Bund und Ländern in Mainz. De Maizière sagte: «Deutschland (ist) nach wie vor in einer erstzunehmenden Bedrohungslage.» Die Zahl sogenannter Gefährder sei so hoch wie nie.

Antiterror-Staatsanwaltschaft ermittelt

Die für Terrorismus zuständige Staatsanwaltschaft in Paris hat nach dem Anschlag bei Lyon die Ermittlungen an sich gezogen. Es werde wegen Mordes und Mordversuchs durch eine terroristische Vereinigung ermittelt, teilte die Staatsanwaltschaft am mit.

In Kürze wird der französische Innenminister Bernard Cazeneuve am Ort des Anschlags erwartet. Premierminister Manuel Valls hat für alle sensiblen Ziele in der Region verschärfte Sicherheitsmaßnahmen angeordnet.

Laut französischen Medienberichten soll der Geheimdienst in den letzten Tagen verstärkt Anzeichen auf einen bevorstehenden islamistischen Angriff im Inland erhalten haben.

Diese Meldung wird kontinuierlich mit neuen Informationen aktualisiert.

Saint-Quentin-Fallavier, der Ort des Anschlags:

 

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