Angstgegner Köln? Die Red Bulls im Schneckenhäuschen

Der EHC, der ohne Steve Pinizzotto (kl. Foto) auskommen muss, gegen Köln am Boden. Foto: Rauchensteiner/ Augenklick

Meister EHC München unterliegt den Kölner Haien innerhalb von 48 Stunden zwei Mal mit 1:2. Ohne den verletzten Steve Pinizzotto fehlt es an physischer Härte. „Wir müssen die Fehler schnell abstellen“, fordert Seidenberg.

München - Ins neue Jahr startet man ja bekanntlich gerne mit viel Elan und guten Vorsätzen. Doch der EHC Red Bull München zelebriert bisher eher den 2017er-Blues.

Am Neujahrstag lieferte das Team von Trainer Don Jackson beim Hockey-Halleluja vor 10 000 Zuschauern in der Olympiahalle eine seiner schwächsten Saisonleistungen ab und verlor vollkommen verdient mit 1:2 gegen die Kölner Haie. 48 Stunden später hatte der Meister und Tabellenführer die Chance auf Wiedergutmachung. Anstatt aber ein deutliches Zeichen zu setzen, unterlag man erneut gegen die Haie. Wieder mit 1:2.

Pinizzottos Fehlen spürbar

Erstmals in dieser Saison hat der EHC damit zwei Spiele hintereinander verloren. Es war bereits die dritte Pleite in der dritten Partie in dieser Spielzeit gegen die Kölner. Was besonders auffällt: Die Red Bulls tun sich gegen die physisch starken Teams, wie eben Köln oder die Nürnberg Ice Tigers schwer, das Fehlen von Liga-Raubein Steve Pinizzotto, der mit einer Beinverletzung noch mindestens eine Woche ausfallen wird, macht sich bemerkbar.

Wirklich harte Checks, das bedingungslose Dagegenhalten? Eher Mangelware. Bis auf Verteidiger Matt Smaby und auch Konrad Abeltshauser fehlt es im Moment an der physischen Präsenz.

„Wir müssen die Zweikämpfe mehr annehmen und bereit sein, den Preis für den Erfolg zu zahlen“, forderte Jackson: „Wir sind eigentlich das offensivstärkste Team der Liga, aber wir schießen momentan einfach zu wenige Tore. Es ist an der Zeit, dass einige aus ihren Schneckenhäuschen kommen und wieder Treffer erzielen.“

System verzeiht kaum Fehler

Etwa die Neuzugänge Jerome Flaake und Jon Matsumoto. Letzterer hatte erst vor einer Woche im AZ-Interview über sich selbst gesagt: „Ich bin wirklich sehr enttäuscht von mir, ich kann viel besser spielen. Ich weiß nicht, woran es liegt. Zum Glück haben wir ein Team, das im Angriff so stark ist, dass es verkraften kann, wenn einer nicht sein bestes Eishockey spielt. Aber es ist trotzdem frustrierend.“

Für ihn, für das Team. Der EHC kann definitiv auffangen, wenn ein Stürmer eine Krise hat, wenn es aber mehrere sind, wird es auch für den Meister eng. Vor allem, wenn man dazu noch viele Fehler macht. Der EHC spielt ein System, dass den Gegner immer unter Druck setzt, aber Fehler kaum verzeiht.

Danny aus den Birken und magische Momente

„Bei den Gegentoren hat die Zuordnung nicht gestimmt, da waren wir zu weit weg vom Gegner“, sagte Yannic Seidenberg, „das müssen wir schnell abstellen.“ Am besten schon am Donnerstag (19.30 Uhr), da geht es daheim am Oberwiesenfeld gegen Iserlohn.

 

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