Angermüller steigt aus Pechstein kritisiert Personal-Vakuum in DESG

Wer führt künftig die DESG an? Claudia Pechstein ist genervt vom Personal-Problem. Foto: dpa

Die ungeklärten Personalfragen im Verband sind für die deutschen Eisschnellläufer nicht nachvollziehbar. Claudia Pechstein machte sich am Freitag über das Vakuum an der Spitze des Verbandes Luft. Monique Angermüller erklärte überraschend ihren Rücktritt vom Leistungssport.

Berlin – Das schier endlose Vakuum an der Verbandsspitze frustriert die deutschen Eisschnellläufer. Claudia Pechstein prangerte einen Tag vor dem Auftakt der Saison die derzeit ungelöste Personalsituation auf den wichtigsten Positionen der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft DESG an. "Ich hatte erhofft, dass wir spätestens heute erfahren, wer die Mannschaft als Cheftrainer führen wird", sagte die fünfmalige Olympiasiegerin aus Berlin am Freitag. Sie kritisierte zugleich, dass auch in der Frage der Ablösung des Sportdirektors Günter Schumacher nach wie vor keine Klarheit herrsche. "Der Sportdirektor ist immer noch im Amt, obwohl ich ihm mehrfach den Rücktritt nahe gelegt habe", beklagte sie.

Die Stelle des Cheftrainers, die seit Jahren der Inzeller Markus Eicher innehat, ist vom Verband zum 1. Januar 2015 öffentlich ausgeschrieben. "Uns Sportler hat man nicht gefragt, wen wir uns als Cheftrainer wünschen. Wir wissen auch nicht, wer sich um den Posten beworben hat", sagte Pechstein. Es wird erwartet, dass Eicher den Posten weiter besetzt. Er steht dafür bereit. "Für mich ist das eine sehr missliebige Situation. Ich fühle mich nach meiner Krebserkrankung und 90 Bestrahlungen im vergangenen Jahr wieder fit und in der Lage, das Amt auszuüben", erklärte Eicher am Freitag.

"Der Verband benötigt dringend eine personelle Neuausrichtung", räumte DESG-Präsident Gerd Heinze ein. Er verwies aber darauf, dass dem Verband aus arbeitsrechtlichen Gründen die Hände gebunden seien, weil alle Verträge nicht nach Saisonende, sondern erst am 31. Dezember auslaufen. "Vorher wird nichts entschieden", meinte er.

Sportdirektor Günter Schumacher ist bereits seit Juni krankgeschrieben. Der Deutsche Olympische Sportbund DOSB hatte nach den Misserfolgen der Vergangenheit Druck auf die DESG ausgeübt, sich von Schumacher zu trennen. Der Sportdirektor hatte nach Olympia seine Mitschuld an den ausgebliebenen Erfolgen eingeräumt. "Wir können Entscheidungen nun erst treffen, wenn er wieder gesund ist", sagte Heinze.

In der nacholympischen Saison muss die deutsche Auswahl neben komplizierten finanziellen Bedingungen und einigen gestrichenen Trainingslagern auch noch zwei prominente Ausfälle hinnehmen. Mittelstrecklerin Monique Angermüller teilte dem Verband in dieser Woche mit, dass sie wegen Knieproblemen ihre Laufbahn beenden muss.

"Ich muss die Schlittschuhe an den Nagel hängen, mein Körper zwingt mich dazu", begründete die einstige Weltcupsiegerin aus Berlin den Schritt. "Ich kann derzeit nicht mal eine halbe Stunde joggen, ohne dass mein Knie zu Beton wird", fügte sie hinzu. "Das ist sehr bedauerlich, denn Monique war hochmotiviert", berichtete ihr Trainer Andre Unterdörfel. "Doch als sie im Mai den Lehrgang abbrechen und sich in die Rehabilitation begeben musste, standen die Zeichen nicht gut. In den letzten Wochen hat sich nun manifestiert, dass sie ein Training auf dem Niveau der Weltspitze wohl nicht mehr schaffen wird."

Gleichfalls nicht zur Verfügung steht in dieser Saison Langstreckler Moritz Geisreiter aus Inzell. Der WM-Vierte von 2012 über 10 000 Meter klagt über Rückenprobleme und befindet sich derzeit in Donaustauf zur Behandlung. "Vielleicht kann er im Laufe der Saison wieder mit leichtem Training einsteigen, doch für das Mitlaufen in der Weltspitze wird es wohl nicht reichen", erklärte Inzells Stützpunkttrainer Tristan Loy am Freitag in Berlin.

 

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