"Andechser am Dom"-Abriss Baron von Finck: Das sind seine Pläne für den Neubau

Andechser am Dom: Auch dieses Eckhaus kommt komplett weg. Foto: Loeper

Das sind die Pläne von Baron von Finck für den Neubau in der Weinstraße und an der Frauenkirche: Ein bisserl wie vor dem Krieg.

Nein, ein Schmuckstück ist das Haus in der Weinstraße, in dem noch die Parfümerie Douglas residiert, ohnehin nicht mehr. Vom schlichten 50er-Jahre-Bau ist an dem wärmegedämmten und schaufenster-optimierten Gebäude (erst vor ein paar Jahren saniert) eh nichts mehr zu erkennen. Jetzt wird es komplett abgerissen.

Ebenso wie der Andechser am Dom. Und durch einen sehr beachtenswerten Neubau ersetzt. Ein Neubau mit Altbau-Charakter, ließe sich salopp sagen. Oder, wie es der Münchner Architekt Andreas Hild der AZ sagt: "Ein Bau mit Bezug auf den Vorgängerbau."

Das Besondere: Die Fassade soll als Sgraffito gestaltet werden. Sgraffito? Kommt aus dem Italienischen sgraffiare – zu deutsch: kratzen. Die Ornamente werden also in den Putz gekratzt. "Schaut aus wie eine Malerei", so Hild, "bloß plastisch." Und nicht ganz billig.

"Das neue Haus schaut schöner aus"

Bauherr in der Weinstraße ist wie berichtet August Baron von Finck und seiner Nymphenburg Immobilien AG. Vorstand Gerd Amtstätter verspricht: "Das neue Haus schaut schöner aus, als das, was jetzt da steht und früher da stand – außer der Vorkriegsbau."

An dem im Krieg zerstörten "Salamanderhaus" soll sich der Neubau ein wenig orientierten. So entfällt die Nachkriegsaufteilung in zwei Gebäude. "Es wird ein Haus, wie vor dem Krieg auch", so Amtstätter zur AZ, "und es geht uns hier ganz klar ums Stadtbild."

Pläne werden am Dienstag vorgestellt

Spannend wird’s freilich auch noch, weil die Pläne erst am kommenden Dienstag in der Stadtgestaltungskommission vorgestellt werden müssen. Und die Frage um die Fassade dort traditionell einen großen Raum und auch viel Zeit einnimmt. Man darf gespannt sein.

Wer sich ein Bild davon machen möchte, wie eine in Sgraffito-Technik gestaltete Fassade ausschaut, sollte einfach mal in die Thalkirchner Straße 22 schauen. "In München ist das das beste Beispiel dieser Technik", so Andreas Hild. Und bayernweit sei die Regierung von Unterfranken in Würzburg hervorzuheben. Vor allem in den 50er Jahren habe man auf diese Ritz- und Kratz-Technik zurückgegriffen.

Unverändert freilich ist der Plan des Bauherrn, das Haus komplett an den FC Bayern zu vermieten. An die Weinstraße kommt die Erlebniswelt, an den Dom die Gastronomie. Wer der Wirt wird? "Den sucht sich der FC Bayern", heißt’s dazu bei der Nymphenburg Immobilien AG.

Es darf also wild spekuliert werden, wer da wohl zum Zuge kommt. Ein Newcomer? Oder doch bloß wieder ein altbekannter Platz(l)hirsch...

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