Amtsgericht Urteil: Tankstellenpächter Peter M. bleibt in Haft

Peter M. ist wieder aufgetaucht - und muss sich jetzt vor Gericht verantworten. Foto: Nina Job

Gefängnis für den Tankstellenpächter Peter M.: Ein Jahr und 9 Monate muss der 49-Jährige hinter Gitter. Der Mann soll eine Entführung vorgetäuscht haben.

 

München - Ein Münchner Tankstellenpächter hat am Freitag gestanden, eine Entführung vorgetäuscht zu haben. „Es war eine Kurzschlusshandlung, die durch nichts, durch absolut nichts zu entschuldigen ist, sagte der verschuldete 49-Jährige vor dem Amtsgericht München. “Ich kam einfach mit der Situation nicht mehr klar„, ergänzte er mit Blick auf seine schwierige finanzielle Situation und zahlreiche Betrugsfälle, die aufzufliegen drohten. Er habe eine “Art Tunnelblick„ gehabt und seinem Leben ein Ende setzen wollen.

Dank einer Einigung zwischen den Parteien hat der Angeklagte für schweren Betrug und das vortäuschen der Entführung mit einer Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr und neun Monaten und nicht über zwei Jahren zu rechnen, sagte der Richter. Die Strafe könne nicht zur Bewährung ausgesetzt werden.

Angeklagter führte ausschweifenden Lebensstil

Der 49-Jährige hat demnach jahrelang durch Betrügereien in seiner Tankstelle einen ausschweifenden Lebensstil finanziert. Als seine Machenschaften aufzufliegen drohten wollte er einen Raubmord vortäuschen, damit er einer Strafe entgeht und einen “Gesichtsverlust„ verringert, wie es in der Anklageschrift heißt. Der Mann fuhr am 31. Januar dieses Jahres zu seiner Bank, um dort angeblich Bareinnahmen einzuzahlen.

Er versah die Fahrertür seines Sportwagens mit Blut, ließ das Auto stehen und tauchte für mehrere Tage unter. Damit löste er eine groß angelegte Fahndung aus. Als der mutmaßliche Betrüger mit Spuren einer Fesselung wieder auftauchte behauptete er, von zwei Männern entführt worden zu sein. Sie hätten auch versucht, ihn zu töten.

Schwere Betrügereien mit der Tankstelle

Die Ermittler hatten jedoch in der Zwischenzeit vor allem wegen der desolaten wirtschaftlichen Situation des Verschwundenen Verdacht geschöpft. Auch hatten sie die schweren Betrügereien in der Tankstelle entdeckt, die in dem Prozess mitangeklagt sind. Der Mann hatte die den Angaben zufolge einst umsatzstärkste Aral-Tankstelle Deutschlands betrieben. Ab dem Jahr 2004 jedoch brachen die Gewinne deutlich ein, weil die vorbeiführende Straße untertunnelt wurde.

Der Angeklagte, der sich laut Staatsanwaltschaft “über Statussymbole und Geld definiert„, wollte seinen “verschwenderischen Lebensstil„ nicht einschränken und soll unter anderem jahrelang falsche Zählerstände an der Waschstraße abgerechnet, sich mit Lügen Kredite erschlichen und sogar seinen langjährigen Mitarbeiter um 20 000 Euro betrogen haben. Ihm drohen bis zu zehn Jahre Gefängnis.

 

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