Amelie Fried und Peter Probst: "Die Ehe ist kein Auslaufmodell!"

Reden über die Ehe - Amelie Fried, ihr Mann Peter Probst und AZ-Kulturchef Volker Isfort (v.r.). Foto: Daniel von Loeper

Amelie Fried und Peter Probst , das Schriftsteller-Ehepaar, spricht im AZ-Café über eine „überflüssige“ Institution.

 

Schwabing - "Wer ist länger als 20 Jahre verheiratet?“ - Die meisten Gäste im Schwabinger Café Ringelnatz heben die Hände.

Amelie Fried muss höher gehen. Länger als 30? Immer noch gibt es Meldungen. Dann ruft eine kräftige Männerstimme aus dem unteren Teil des Cafés: „50!“ Stille. Das kann keiner toppen.

Der gepflegte Herr mit dem feinen Schnurrbart und dem Seidenschal kommt zum Bistrotisch vor. Er erhält ein Exemplar von Frieds neuem Buch „Verliebt, verlobt – verrückt?“ (Heyne Verlag), das sie mit ihrem Mann Peter Probst geschrieben hat. Die beiden signieren das Werk: „Für Gabi und Klaus“.

Der Besuch im Café Ringelnatz muss das Schriftsteller-Ehepaar in seiner These bestätigt haben. Die lautet: Die Ehe ist kein Auslaufmodell! „Sie ist so interessant, weil sie eigentlich völlig überflüssig geworden ist“, glaubt Amelie Fried, die mit Peter Probst seit 22 Jahren verheiratet ist.

„Wir waren höchst verwirrt, es gab keinen vernünftigen Grund“, sagt sie im Nachhinein über diese Entscheidung.

AZ-Kulturchef Volker Isfort will wissen, ob eine Ehe unter Schriftstellern besonders gefährdet sei. „Wir sind unsere ersten Leser und sagen uns auch, wenn wir etwas zum Beispiel nicht spannend finden“, erzählt Probst. „Kritik ist ein Geschenk und ich weiß, dass er mit mit vielem Recht hat“, sagt Fried.

Er: „Ich überlasse den Alphaplatz in unserer Ehe am liebsten Amelie und genieße das Gefühl, als würde ich im Hintergrund alles steuern.“ Ihr lakonischer Kommentar: „Halt das Mikro höher.“

Wie vielgesichtig das Ehe-Thema ist, zeigt sich auch bei den Signierwünschen: Da ist alles dabei – von „Für Hilde“ bis zur älteren Dame, die sagt: „Ich möchte das Buch meinem Sohn schenken, der hat’s schon drei Mal nicht hingebracht."

 

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